München – Neu-Präsident und Aufsichtsratschef Herbert Hainer (65) wird sich – anders als sein Vorgänger Uli Hoeneß – nicht mit einmischen, wenn ein neuer Übungsleiter gesucht wird.
Hainer erklärte: „Zunächst einmal ist es so, dass das ganz klar die Aufgabe des Vorstands der AG ist. Der Vorstand der AG hat auch vom Aufsichtsrat den Auftrag bekommen, in aller Ruhe den richtigen Trainer zu suchen und dann mit Vorschlägen an den Aufsichtsrat heranzutreten. Dann werden wir das auch im Aufsichtsrat besprechen und dann hoffentlich die richtige Wahl treffen.“
Unter Hoeneß wäre dieses Vorgehen unvorstellbar gewesen. Als Bayern-Präsident war er in sämtliche sportlichen Fragen involviert. Hoeneß war es auch, der gemeinsam mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Verpflichtung von Ex-Trainer Niko Kovac im Frühjahr 2018 vorantrieb. Überhaupt war das Trainerthema für viele Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung eine Herzensangelegenheit. Fan Nikolai Mende bat beispielsweise bei seiner Wortmeldung: „Holen Sie den Pep zurück an die Säbener Straße. Und wenn der Pep aus irgendeinem Grund nicht will, dann holen Sie ten Hag von Ajax.“ Sein Wunsch: Ein Trainer, der zum Fußball passt, den der FC Bayern spielen lassen möchte.
Diese Vorstellung teilen auch die Bayern-Bosse und legen die Trainersuche vor allem nach diesem Aspekt aus. Freilich wurde darum auch Neu-Präsident Hainer nach den Guardiola-Gerüchten gefragt. Der antwortete präsidial: „Der Vorstand kümmert sich jetzt um die Sache und wird versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen den besten Trainer für den FC Bayern München zu bekommen. Guardiola ist natürlich ein super Trainer. Er hat aber in Manchester City einen Vertrag. Und jetzt würde ich sagen: Lassen Sie uns warten, bis der Vorstand auf uns zukommt.“
Fakt ist: Vorerst sitzt weiterhin Hansi Flick auf der Münchner Trainerbank. Der einstige Co-Trainer macht laut Rummenigge mindestens bis Weihnachten weiter – „und möglicherweise darüber hinaus“. Nach Informationen unserer Zeitung schließen es die Münchner Macher nicht komplett aus, dass bereits im Winter eine dauerhafte Lösung präsentiert werden kann. Allerdings wissen sie die Situation einzuschätzen und sehen nur geringe Chancen, einen der Wunschkandidaten (ten Hag, Tuchel, Guardiola) kurzfristig von seinem Club loszueisen. Mögliches Szenario: Flick macht bis Sommer weiter und anschließend übernimmt einer der gehandelten Kandidaten. MANUEL BONKE