München – Seit der WM-Blamage 2018 krachte es in aller Regelmäßigkeit zwischen dem FC Bayern und dem DFB. Uli Hoeneß, Bayern-Präsident a.D., giftete nach dem frühen Turnier-Aus in Russland gegen Ex-Nationalspieler Mesut Özil („Der hat einen Dreck gespielt“), Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge schimpfte über die DFB-Führung („Nur noch durchsetzt von Amateuren“) und hinterfragte öffentlich die Ausbootung der Nationalspieler Thomas Müller, Jerome Boateng und Mats Hummels durch Bundestrainer Joachim Löw.
Als vor einigen Wochen eine heftige Torwart-Diskussion um Manuel Neuer und Herausforderer Marc-André ter Stegen in Fußball-Deutschland ausbrach, schien das Verhältnis zwischen Verband und Rekordmeister am Boden. Vergessen. Beide Parteien haben sich inzwischen angenähert – ein Friedensgipfel steht unmittelbar bevor: Anfang Dezember in den USA. Die DFB-Akademie veranstaltet eine sog. Leadership-Reise und reist mit ausgewählten Bundesliga-Managern ins Silicon Valley. Ebenfalls mit dabei: Hasan Salihamidzic.
Gegenüber unserer Zeitung bestätigt der Bayern-Sportchef seine Reiseteilnahme: „Ich mag die Idee von Oliver Bierhoff, dass sich Bundesliga-Manager und DFB-Manager mit der Entwicklung des Fußballs beschäftigen. Digitale Technologien werden inzwischen überall beim Fußball eingesetzt. Ich bin neugierig, was wir vom amerikanischen Profisport lernen können. Dass wir uns im Silicon Valley umschauen, spricht für sich. Außerdem hat so eine Reise immer auch Teamspirit-Charakter. Ich freue mich auf den Austausch mit den Kollegen.“
Neben einem Besuch des Social-Media–Riesen Facebook und einer Besichtigung der berühmten Stanford University erhalten die Sportdirektoren Einblicke in den US-Sport bei den San José Sharks und den San Francisco 49ers. DFB-Direktor Bierhoff erklärte: „Dass sich Entscheidungsträger der Vereine mitten in der Saison den Freiraum für solch eine Reise nehmen, bestätigt unser Ansinnen, solche Angebote mit der DFB-Akademie bereitzustellen. Die Akademie tritt als Netzwerker und Brückenbauer auf, um dem deutschen Spitzenfußball und seinen Vereinen neue Impulse außerhalb des Tagesgeschäfts zu ermöglichen.“ MANUEL BONKE