Frankfurt – Die Nationalmannschaft vergisst ihre Verletzten nicht. Am Sonntagabend waren sie alle eingeladen in die „Villa Kennedy“ in Frankfurt zum 2019-Abschlussabend mit Joachim Löw. Der sagt: „Die Idee hatten wir vorige Woche im Trainerteam.“ Vier Spieler reisten an: Antonio Rüdiger (Löw: „Hatte noch eine kleine Leistenoperation“), die Pariser Thilo Kehrer und Julian Draxler sowie – gut, er konnte zur Anreise die Frankfurter Straßenbahn nehmen – Eintracht-Keeper Kevin Trapp. Die anderen sagten ab, unter ihnen Niklas Süle und Leroy Sané. Löw: „Sie trainierten lieber und wollten in der Reha nicht fliegen.“
Verletzungen und Ausfälle sind Alltag in einer Mannschaft – doch was Luca Waldschmidt bei seinem Vier-Minuten-Einsatz am Samstag gegen Weißrussland widerfuhr, „das hat uns alle sehr betroffen gemacht“, so Löw. Dass ein Spieler sich bei einer Aktion an drei Stellen verletzt (Gesicht, Knie, Sprunggelenk), ist ein trauriger Rekord. Am Sonntag verabschiedete die Mannschaft den Freiburger, „am Montag war schon die erste Operation“, erzählt Joachim Löw, „das im Gesicht musste zuerst gerichtet werden“. Waldschmidt hatte sich eine Mittelgesichtsfraktur zugezogen. Womöglich ist auch noch ein Band im Sprunggelenk gerissen, „denn er ist auch noch umgeknickt“ (Löw) beim Zusammenprall mit Weißrusslands Tormann Gutor.
„Luca hat den Ehrgeiz, dass er im Spiel was zeigen wollte“, sagt der Bundestrainer. Er hat dem 23-Jährigen versichert, dass er die positiven Eindrücke aus dem Training abspeichern wird: „Wenn er zum Schuss kommt, trifft er die Kiste.“
Löw wird zu Waldschmidt Kontakt halten „die nächsten Tage“. Sie wohnen ja beide in Freiburg. gük