50 Seiten Anklage

von Redaktion

Aber Russlands gesperrter Leichtathletik-Chef spielt auf Zeit

Hamburg/Moskau – Die Vorwürfe sind massiv, auf 50 Seiten detailliert niedergeschrieben – doch Russlands ohnehin schon dubioser Leichtathletik-Chef spielt erst einmal auf Zeit. „Rücktritt? Warten wir auf die Präsidiumssitzung, die in naher Zukunft stattfinden wird“, sagte Dimitri Schljachtin zur „TASS“ über seine Zukunft.

Die falschen Erklärungen, die gefälschten Dokumente, die behinderten Ermittlungen im Fall des Weltklasse-Hochspringers Danil Lysenko? Da blockt Schljachtin ab. „Es ist wichtig, die Umstände dieser Anschuldigungen zu verstehen – und dies wird nur nach Rücksprache mit Anwälten möglich sein“, sagte der wegen „ernsthafter Verstöße“ gegen die Anti-Doping-Richtlinien seit Donnerstag gesperrte Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes RUSAF.

Der 52-Jährige scheint davon auszugehen, dass er schon bald wieder an seinem Schreibtisch sitzen wird. „Natürlich werde ich den Posten für die Zeit der vorläufigen Suspendierung vorübergehend verlassen“, sagte er, währenddessen will er „meinen Namen auch vor Gericht verteidigen“. Wie die anderen sechs gesperrten Personen, darunter auch Lysenko, hat Schljachtin bis zum 12. Dezember Zeit, sich vor der unabhängigen Integritätskommission AIU des Weltverbandes World Athletics zu erklären.

15 Monate hatte die AIU ermittelt und am Donnerstag dann Schljachtin und andere vorläufig gesperrt – für den wegen systematischen Dopingbetrugs seit November 2015 suspendierten russischen Verband ein weiterer Tiefpunkt. Konkret geht es um den Fall Lysenko. Der WM-Zweite von 2017 hat sein Startrecht als neutraler Athlet verloren, nachdem er innerhalb eines Jahres drei Dopingproben verpasst hatte. Die AIU ist nun zu dem Schluss gekommen, dass „RUSAF-Offizielle an der Beschaffung falscher Erklärungen und gefälschter Dokumente“ beteiligt gewesen sind, mit denen die Verstöße Lysenkos gegen die Meldeauflagen erklärt werden sollten.  sid

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