Acht auf einen Streich

von Redaktion

Für Bayern-Trainer Hansi Flick beginnen in Düsseldorf die Wochen der Wahrheit

VON JOSE CARLOS MENZEL LOPEZ

München – Es ist Ruhe eingekehrt an der Säbener Straße. Nach Wochen der Hektik und allgemeinen Unzufriedenheit ruht der Verein – so würde es Uli Hoeneß wohl beschreiben – wieder in sich selbst.

Schuld daran trägt vor allem ein Mann: Hansi Flick. Nach der (betontermaßen einvernehmlichen) Trennung von Niko Kovac bekam sein Assistent die Bürde aufgedrückt, den wackligen Bayern-Dampfer doch bitte innerhalb von fünf Tagen wieder auf Kurs zu bringen – und der erledigte diese Aufgabe mit Fleißsternchen. Zwei Siege gegen Piräus und Dortmund haben aus dem Interimstrainer Flick den Cheftrainer auf Zeit Flick gemacht.

Wie lange? Mindestens bis Winter, so hat es Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge jüngst auf der Jahreshauptversammlung des Klubs kundgetan. Und danach? Könnte Tottenhams Ex-Trainer Mauricio Pochettino übernehmen. Oder vielleicht ja doch PSG-Coach Thomas Tuchel. Auch Erik ten Hag ist Thema. Über Flick dagegen wird wenig gesprochen, was Flick selbst zugutekommt.

Der 54-Jährige beschäftigt sich nicht mit morgen, sondern lebt im Hier und Jetzt. Was zählt, ist die Partie am Samstag (15.30 Uhr, Sky) in Düsseldorf. Danach Roter Stern Belgrad am Dienstag und so weiter. Bis zur Winterpause. Ob er sich vorstellen könnte, auch bis Saisonende an der Seitenlinie zu stehen? Rückt er unter einem neuen Trainer wieder in die Rolle des Assistenten? Weiß Flick nicht. Will Flick nicht wissen.

„Fußball ist Tagesgeschäft“, sagte er in seiner ersten Pressekonferenz als Nicht-mehr-Interimstrainer. „Warten wir bis zur Winterpause ab, dann können wir uns in Ruhe zusammensetzen.“ Bis dahin sind es acht Spiele, in denen es Flick genauso halten wird wie in den zwei vorangegangenen. Er hat das Sagen und trifft seine Entscheidungen.

Dass Thiago und Philippe Coutinho gegen Piräus und Dortmund nicht in der Startelf waren? „Ich möchte niemandem etwas vorgaukeln. Ich sage offen und ehrlich, was der Grund ist. Das ist meine Vorgehensweise“, so Flick. Was er über die Vorgehensweise von Pochettino denkt? „Das interessiert mich nicht“, sagte er über das Trainerhörensagen rund um die Säbener Straße. Das sei Sache des Vereins, der nun „alle Optionen hat, um sich Gedanken zu machen, was sie für die Zukunft wollen“.

Sollte das Weihnachtsfest so ruhig ausfallen wie der Spätherbst, spräche einiges für die Sommerlösung Flick.

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