Wisla – Das Sinnbild für den Auftakt der neuen Skisprung-Saison lieferte Markus Eisenbichler selbst. Der Dreifach-Weltmeister von Seefeld posierte auf einem Foto in den sozialen Netzwerken mit Helm und Skiern vor einer komplett grünen Schanze, er schrieb dazu: „Ich bin bereit, Wisla kann kommen.“
Bei vorausgesagten zehn Grad und bestem Herbstwetter geht es an diesem Samstag (16 Uhr/ZDF und Eurosport) in Polen los mit der viermonatigen Winter-Tour der Adler. Die Qualifikation am Freitag gewann Karl Geiger (133 m). Eisenbichler als 13. und die weiteren fünf gestarteten Deutschen sprangen ebenfalls in die Top 50 und sind am Sonntag dabei.
Auf Dreifach-Weltmeister Eisenbichler wartet die nächste Herausforderung. Er muss intern noch stärker in eine Führungsrolle wachsen und das Team – Olympiasieger Andreas Wellinger fällt die ganze Saison verletzt aus – gemeinsam mit seinem Zimmerkollegen Geiger anführen. Der neue Bundestrainer Stefan Horngacher, der wie sein Vorgänger Werner Schuster eine Ära prägen soll, kennt den emotionalen Eisenbichler nach seinen Jahren als Assistent bestens.
„Markus hat sehr viele Ups and Downs gehabt in seiner Karriere. Wir versuchen, auf ihn einzuwirken, dass er seine Emotionen besser in den Griff kriegt, damit er stabiler und längerfristig auf hohem Niveau springt“, sagte Horngacher. Auch wenn der Bayer seine markigen Sprüche wie „Sieg oder Sarg, Pokal oder Spital“ nur halbwegs ernst meint, sehen seine Sprünge häufig nach alles oder nichts aus. „Bei ihm ist der große Punkt, dass er das auf den Punkt bringt“, sagte Horngacher. Auf diese Konstanz wird es ab sofort ankommen. dpa