München – Playoff-Stimmung im ausverkauften Audi Dome: Die rund 400 angereisten Fans von Panathinaikos Athen verwandelten die Arena in einen Hexenkessel und sorgten für Gänsehautstimmung. Auf dem Parkett boten die Basketballer des FC Bayern Panathinaikos – unter den Augen von Uli und Dieter Hoeneß sowie dem neuen FCB-Präsidenten Herbert Hainer – Paroli.
Zumindest in der ersten Hälfte: Fünf Minuten sind im dritten Viertel gespielt, da zieht Maodo Lo von jenseits der Dreier-Linie ab, der Ball springt auf den Ring und anschließend wieder zurück auf das Feld. Direkt im Gegenzug nimmt Point Guard Nick Calathes den Dreier, trifft und bringt seine Mannschaft mit zehn Punkten in Vorsprung. Auch im Spiel gegen Olympiakos Piräus erlebte der FCBB eine solche Sequenz zum selben Zeitpunkt, dieses Mal konnte das Team von Coach Dejan Radonjic jedoch nicht zurückschlagen. Das dritte Viertel (11:20) war somit entscheidend für die 75:87 (35:36)-Niederlage der Basketballer des FC Bayern am Freitagabend. In der heimischen Basket League steht PAO derzeit mit sieben Siegen aus sieben Spielen unangefochten an der Tabellenspitze – ebenso wie die Münchner. Zudem erlebten die Kleeblätter, wie der FCBB, im Pokal ein ebenso bitteres wie überraschendes Ausscheiden gegen den Underdog Promitheas. Dimitris Giannakopoulos, exzentrischer Besitzer von Panathinaikos, sagte anschließend: „Ihr habt gegen ein Team verloren, dessen Gesamtbudget geringer ist als der Wert eurer Schuhe. Das ist eine Schande für den Klub, ihr müsst verstehen, für welches Team ihr spielt.“ Die Hauptstädter sind durchaus erfolgsverwöhnt: 37 Meistertitel und nationale 19 Pokalsiege sprechen für sich.
Während die Münchner in diesem Jahr ihre erste Teilnahme an den Playoffs der Euroleague anstreben, standen die Griechen bereits sechsmal im Final Four der Königsklasse. Radonjic kündigte vor der Partie an, dass man „über 40 Minuten mit viel Einsatz und Energie“ verteidigen müsse. Da dieser Plan jedoch nur in den ersten 20 Minuten konsequent umgesetzt wurde, stehen die Münchner nun bei einer Bilanz von vier Siegen und sechs Niederlagen nach den ersten 10 Partien in der Euroleague. Die starken Leistungen von Greg Monroe (15 Punkte) sowie Paul Zipser (23 Punkte) reichten nicht gegen das starke Kollektiv des Teams von Interimscoach Vovoras. Bei den Athenern punkteten DeShaun Thomas, Tyrese Rice, Ex-NBA Spieler Jimmer Fredette, Ioannis Papapetrou und Calathes allesamt zweistellig.
Nach der griechischen Woche stehen für die Truppe um Danilo Barthel nun wieder zwei Spiele in der Bundesliga an. Am Sonntag reist man zum Mitteldeutscher BC, ehe am Dienstag die Ulmer im Audi Dome gastieren.