München – Mit ihrem Sieg im Grand Prix der Master-Tour in Stuttgart sorgte Lisa Müller für Aufsehen in der Pferdewelt und feierte ihren Durchbruch in die Weltspitze. Bei den Munich Indoors landete Müller zum Auftakt am Donnerstag mit ihrem Pferd Birkhof’s Dave auf einem guten dritten Rang beim Grand Prix de Dressage. Am Samstagabend (19:15) steht mit der Meggle Grand Prix Kür der nächste Wettkampf für die 30-Jährige an – ein echtes Highlight. Vor dem mit 10 000 Euro dotierten Wettbewerb spricht die Gattin des Bayern-Stars Thomas Müller über die Beziehung zu Dave, ihren pferdebegeisterten Opa und Trainerin Isabell Werth.
Frau Müller, wo ist der Unterschied zwischen Ihren beiden Pferden Birkhof´s Dave und Stand by Me?
Ohne Dave wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Dave hat mir alles beigebracht, was ich jetzt bei Stand by Me vielleicht schon besser umsetzen kann. Er hat mir den Einstieg ermöglicht. Dave ist eher der gemütliche Zeitgenosse. Stand by Me muss ich auch öfters schon mal bremsen.
Sie trainieren unter Isabell Werth und haben als Heimtrainer Götz Brinkmann. Bei den Munich Indoors ist Isabell nicht dabei, stört das?
Götz und Isabell verstehen sich so gut, dadurch ist Isabell durch den Götz quasi immer da. Kaum ist man aus der Prüfung rausgeritten, ist sie am Telefon und sagt einem, was man am nächsten Tag besser machen kann. Am Donnerstag hat sich Dave noch ein bisschen verkrochen, aber ich denke, dass es bei der nächsten Prüfung noch besser wird. Isabell meinte, ich solle nur die Ruhe bewahren.
Sie sind über Ihren Opa zum Pferdesport gekommen. Viele Kinder haben diese familiäre Einstiegshilfe nicht. Engagieren Sie sich deshalb bei Pferde für Kinder?
Gerade in der Stadt ist es nicht immer einfach, den nächsten Reitstall zu finden oder die Eltern zur nächsten Koppel zu schleppen. Wir wollen, dass Kinder mit Ponys in Berührung kommen. Pferde sind etwas Wunderbares, sie formen den Charakter und begleiten das Erwachsenwerden.
Wann haben Sie mit dem Reiten begonnen?
Als meine Noten gut waren, so mit 14 oder 15. Das Reiten hat mich geprägt. Man lernt Geduld zu haben und Verantwortung zu tragen.
Gibt es also keine besseren Erziehungshelfer?
Ich finde nicht. Mein Opa hat immer so argumentiert: Bevor ich jedes Wochenende auf Partys gehe – er hatte immer Angst, dass man dann sturzbetrunken irgendwo in der Ecke liegt. Ist man lieber im Reitstall, muss früh aufstehen und will gar nicht mehr auf Partys gehen.
Sie haben angesprochen, dass es Sie nervt, wenn Sie auf die Rolle als Spielerfrau reduziert werden. Glauben Sie, dass es weniger wird, wenn sie weiterhin durch ihre guten Leistungen überzeugen?
Ich bin zuversichtlich, dass die Stimmen verstummen werden, wenn ich so weitermache wie in letzter Zeit.
Aufgezeichnet von Nico-Marius Schmitz