Barcelona – Lucien Favre startete bestens gelaunt in seine Schicksalstage. Der schwer angeschlagene Trainer von Borussia Dortmund schrieb vor dem Abflug nach Barcelona lächelnd Autogramme, den taktischen Tipp eines Fans nahm er schmunzelnd zur Erkenntnis. Doch spätestens nach der Landung im strahlenden Sonnenschein am Flughafen El Prat in der spanischen Metropole war sich Favre des Ernstes der Lage bewusst. Er ist nur noch ein Trainer auf Bewährung. Wende oder Ende?
Die Begegnung beim ruhmreichen FC Barcelona mit Superstar Lionel Messi heute (21.00 Uhr/Sky) wird von der Frage nach der Zukunft des angezählten Schweizers beim deutschen Vizemeister überschattet. Dabei würde der BVB mit einem Sieg im legendären Camp Nou vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einziehen. Bei einer Niederlage gingen hingegen vor dem Gruppenfinale gegen Slavia Prag (10. Dezember) die Rechenspiele los und Favres Position wäre noch weiter geschwächt. Das Ligaspiel am Samstag bei Hertha BSC würde dann wohl endgültig über sein berufliches Schicksal in Dortmund entscheiden.
Die Mannschaft gelobte Besserung. „Wir schieben die Verantwortung nicht weiter. In Barcelona beginnt es von null. Wir haben da eine Riesenchance, uns für die nächste Runde zu qualifizieren“, sagte Kapitän Marco Reus. Beim Treffpunkt in Dortmund demonstrierten die Schwarz-Gelben Geschlossenheit – die Stürmer Paco Alcacer und Jacob Bruun Larsen fehlten allerdings und fallen für das Spiel aus.
Für Favre nicht das einzige Problem. „An der Formschwäche einiger Spieler müssen wir am meisten arbeiten“, forderte Watzke. Zudem spricht die Statistik eine eindeutige Sprache. Barcelona ist seit 34 Heimspielen in der Königsklasse ungeschlagen (30 Siege). sid