München – Dorothee Bär, 41, ist Staatsministerin für Digitalisierung, Gründerin des ersten Bayern-Fanclubs im Bundestag, Mitglied im Verwaltungsrat des FC Bayern –und zusammen mit der Bayerischen Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, Schirmherrin des FC Bayern Digital Campus, der am Wochenende stattfindet. Wie sie zum Thema E-Sport steht und warum die Bundesliga in Sachen Digitalisierung noch Luft nach oben hat, verrät sie im Interview.
Was erwarten Sie vom FC Bayern Digital Campus?
Dass Kinder und Eltern Tipps, Anregungen und Hilfestellungen erhalten, wie man mit den neuen Medien und digitalen Technologien verantwortungsvoll umgehen kann, und dass Ängste abgebaut werden – auch diffuse Ängste. Die Eltern sollen merken, dass es ein Sowohl-als-auch gibt.
Inwiefern?
Natürlich sollen Kinder ganz normal Sport treiben, aber sie können sich parallel im E-Sports betätigen oder mit digitalen Lernmethoden beschäftigen – das eine schließt das andere nicht aus.
Wie stehen Sie zum Thema E-Sports?
Naja, ich arbeite natürlich auch daran, dass mein eigener Verein beim Thema E-Sports mitspielt und würde das begrüßen. Und wenn der FC Bayern dann erst einmal Blut geleckt haben wird, wovon ich fest ausgehe, wird er natürlich nicht akzeptieren, dass dort Werder Bremen Deutscher Meister ist und Schalke 04 ein eigenes E-Sports-Haus hat. Darum hoffe ich, dass wir auch hier bald Champions League spielen. Und gewinnen natürlich.
Also ist das Thema E-Sports nach wie vor auf der Agenda beim FC Bayern.
Der FC Bayern macht bekanntlich keine halbe Sachen und strebt immer nach dem Maximum. Für mich ist das Paradebeispiel das Thema Basketball. Kaum ist der FC Bayern dort eingestiegen, ist man nach einiger Zeit Deutscher Meister geworden.
Wie ist die Bundesliga in Sachen Digitalisierung aufgestellt?
Ich habe ja auch eine Zeit lang in den USA gelebt, wo man zum Beispiel beim Baseball per Smartphone Essen und Getränke an den Sitzplatz bestellen kann. Genau so könnte man auf Jahreshauptversammlungen die anwesenden Mitglieder per Tablet abstimmen lassen, dann müssten die Stimmen nicht händisch ausgezählt werden. Es wäre schneller und exakter.
Welches Instagram-Profil gefällt Ihnen?
Von Thomas Müller. Als absoluter Hardcore-Thomas-Müller-Fan bin ich da vielleicht nicht objektiv. Aber was ich an seinem Profil schätze, ist: eine gelungene Mischung aus Fußball, persönlichen Erlebnissen und bayerischer Tradition. Ich schaue es mir einfach gerne an.
Interview: Manuel Bonke