Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann, zwei der Allzeit-Größten im deutschen Fußball, Kollegen in der Nationalmannschaft, bei Inter Mailand und dem FC Bayern. Jedoch: „Jürgen und ich, wir werden niemals Freunde. Zu unterschiedlich sind unsere Charaktere.“ Diese Sätze schrieb Lothar Matthäus 1997 in „Mein Tagebuch“. Er zeichnete die Saison 96/97 bei den Bayern auf. Problem: Mit der Veröffentlichung düpierte er die Mitspieler. Die hatten von nichts gewusst. Lothar plauderte zu indiskret, verriet, was Klinsmann in der Kabine über Trainer Trapattoni sagte. Oder er kommentierte den Abgang, den Klinsmann am 18. März 1997 verkündete: „Aber wenn einer weiß, dass er länger beim Verein bleiben will, dann lässt er sich keine Ausstiegsklausel in seinen Vertrag reinschreiben, dass er ohne Ablösesumme wechseln kann. Am 27. April 1996 hat er sich diese Klausel reinschreiben lassen, einen Tag nach der Entlassung von Rehhagel. Am 8. Dezember wollte er die Freigabe, einen Tag nach unserer Herbstmeisterschaft. Keiner in der Mannschaft ist deshalb jetzt überrascht. Mario Basler trifft den Nagel auf den Kopf: ,Das ist wie ein Geburtstag für Jürgen, weil der Trouble im Verein ihm in die Karten spielt.’“
Matthäus verdächtigte Klinsmann immer, dass er gegen ihn bei Bundestrainer Berti Vogts intrigiert habe – was ihn knapp drei Jahre seiner Länderspielkarriere kostete. In Folge der Buchveröffentlichung verlor Matthäus sein Amt als Bayern-Kapitän. gük