Das Ende des Müller-Effekts

von Redaktion

München – Von wegen ewiger Spaßvogel. Nach der 1:2-Pleite starrte Thomas Müller in die Reportermeute als hätte er gerade einen Geiste gesehen. Und irgendwie hatte er das ja auch.

Besonders in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit spukte es in der Arena: Zu dritt stürmen Gnabry, Perisic und Müller völlig unbedrängt auf Gästekeeper Lukas Hradecky zu. Doch anstatt Müller rechts neben ihm zu bedienen, passt Gnabry lieber links auf Perisic und der Kroate kann noch vom herangrätschenden Lars Bender gestoppt werden. Eine Szene wie aus einem Fußball-Slapstick.

Der von Gnabry missachtete Müller fand die Nummer nicht so lustig und haderte: „Wir hatten eine zuvor nie dagewesene Ineffizienz. Das hat weder mit der Leistung und dem Einsatz zu tun, das ist uns selbst nicht erklärbar“, fand der zerknirschte Bayern-Stürmer kaum Erklärungsansätze für die Heimpleite. Wobei er zumindest mit der Anzahl der erspielten Chancen zufrieden war: „Selbst, wenn wir das Spiel noch 3:2 gewinnen oder 4:2 oder 5:3, dann kann niemand sagen, dass es nicht verdient gewesen wäre“, so Müller.

In der 34. Minute sah es noch so aus, als könne es ein Müller-Abend werden. Der 30-Jährige beendete mit dem zwischenzeitlichen 1:1 eine achtmonatige Durststrecke. Vom 9. März im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg datierte zuvor sein letzter Treffer. Es folgten weitere schwere Wochen für den Weltmeister von 2014 unter Trainer Niko Kovac. Mit Hansi Flick als Cheftrainer kehrte auch langsam der „alte“ Müller zurück und sein Tor-Comeback gegen Leverkusen schien wie ein Statement: „Ich bin wieder da!“ Doch danach zogen die Geister durch die Arena in Fröttmaning.

Mit der Niederlage endete zudem eine unheimliche Serie: Zum ersten Mal hat der FC Bayern ein Bundesligaspiel verloren, in dem Thomas Müller ein Tor erzielt hat. Zuvor mündet ein Spiel mit einem Müller-Tor in 82 Siege und fünf Unentschieden. So wusste Thomas Müller nicht, ob er erleichtert sein soll, dass eine Negativserie beendet ist oder traurig, dass eine Positivserie nun Geschichte ist. Ein gespenstischer Abend. DANIEL MÜKSCH

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