Tour-Podium und Nr. 1 der Welt

von Redaktion

Der Raublinger Radrennstall Bora-hansgrohe hat sich für 2020 enorm hohe Ziele gesetzt

VON MANUEL BONKE

Kolbermoor – Exakt 20 Rad-Trikots hingen im Schaufenster. Für die Team-Präsentation des Raublinger Radsport-Teams Bora-hansgrohe waren die bunten Leiberl fein säuberlich in zwei Metern Höhe mit jeweils einem halben Meter Abstand nebeneinander aufgereiht. Seit Beginn, also seit 20 Jahren, wird die Equipe von Teammanager Ralph Denk (46) nun schon von Auto Eder mit Teamfahrzeugen ausgestattet und anlässlich dieses Jubiläums fand die Vorstellung der Bora-hansgrohe-Mannschaft für die Saison 2020 in dessen Räumlichkeiten in Kolbermoor statt.

Als Denk vor zwei Jahrzehnten seine ganz persönliche Radsport-Mission startete, fuhr seine Mannschaft noch unter dem Namen Ralph Denk Racing Team auf Mountainbikes. Ab dem Jahr 2010 mischte der Raublinger ganz offiziell mit einer Continental-Lizenz für das Team NetApp in der dritten Liga des Rennradsports mit. Schon damals und noch heute als Fahrer mit dabei: Cesare Benedetti (32) aus Italien und der Allgäuer Michael Schwarzmann (28). „Ich habe fast alle zu Hause“, sagte der Italiener sichtlich stolz beim Blick auf die Trikot-Parade.

Mittlerweile heißt die Mannschaft von Teammanager Denk Bora-hansgrohe und startet 2020 in ihre vierte Saison als World-Team in der höchsten Radsport-Klasse. Verändert hat sich in dieser Dekade einiges – vor allem die eigenen Ansprüche. „Mit unseren starken Partnern an unserer Seite sind wir auf dem Weg, die weltweite Nummer eins im Radsport zu werden“, gab Denk im Rahmen der Teampräsentation die Marschroute für die kommenden Jahre vor.

Dass der zurückhaltende Radsport-Macher solch markige Worte wählte, hatte gute Gründe: Titelsponsor hansgrohe verlängerte am Tag der Mannschaftsvorstellung sein Engagement um zwei weitere Jahre bis 2021. Der Armaturen-Hersteller ließ die Verantwortlichen von Bora-hansgrohe mit seiner erneuten Sponsoring-Zusage länger zappeln als ursprünglich geplant. Außerdem hat der Radrennstall mit der Region Ötztal nach langer Suche einen neuen Partner für das Ärmel-Sponsoring gefunden. Diese lukrativen Sponsoring-Einnahmen geben Denk und seinem Team Planungssicherheit – und ein enormes Selbstbewusstsein. „Wir haben die erfolgreichste Saison unserer Geschichte hinter uns, haben das Jahr im World Ranking der Mannschaften auf Platz zwei beendet. Darauf werden wir uns aber nicht ausruhen“, kündigte Denk an und legte bereits im nächsten Atemzug die hochgesteckten Ziele für das Jahr 2020 fest: „Wir wollen bei einer Grand Tour aufs Podium fahren und wie bereits 2018 ein Monument gewinnen.“ Die größten Erfolge aus den vergangenen zwei Jahren sollen in der neuen Saison gebündelt werden.

Für dieses Ziel hat die Sportliche Leitung harte Personalentscheidungen getroffen und sich vom irischen Top-Sprinter Sam Bennett und dessen Helfer Shane Archbold getrennt. Beide fahren künftig für Quick-Step.

Durch die Abgänge wurden Kapazitäten geschaffen, um sich laut Denk „besser am Berg aufzustellen“. Heißt im Klartext: Voller Fokus auf eine Podiumsplatzierung bei der Tour de France. Die Hoffnungen ruhen dabei auf Emanuel Buchmann.

„Die Strecke macht mich zuversichtlich“, sagte der Tour-Vierte von 2019. Dafür wird dem 27-Jährigen jeder Wunsch erfüllt und personell ein Helfergerüst an die Seite gestellt, unter anderem durch Neuzugang Lennard Kämna (23). „Ich bin der alleinige Tour-Kapitän und das Team wird um mich herum gebaut“, sagte Buchmann. Selbst Superstar Peter Sagan (29) wird sich dem unterordnen müssen. Gar kein Raum bei der Tour bleibt für Sprinter Pascal Ackermann (25), dessen Frankreich-Premiere sich um ein Jahr verschiebt. Er startet beim Giro d’Italia und der Vuelta.

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