Mönchengladbach – Als Borussia Mönchengladbach den alten Rivalen Bayern München zuletzt als Tabellenführer der Liga empfing, war Marco Rose drei Monate alt. An den 1:0-Erfolg durch das Tor von Allan Simonsen am 11. Dezember 1976 und den späteren Gewinn der fünften und bis heute letzten deutschen Meisterschaft hat der Gladbach-Trainer natürlich keine Erinnerungen. Rose schreibt derzeit an seiner eigenen Erfolgsgeschichte mit den Fohlen – und auch diese könnte ein Happy End haben.
„Wir gehen das Duell mit Respekt an, wissen aber, dass wir die Chance haben, es zu gewinnen“, sagte Rose vor dem Topspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Bei einem Sieg hätten die Gladbacher ihren Vorsprung auf den Rekordmeister auf sieben Punkte vergrößert, der Traum vom sechsten Titel würde realistischer.
Rose präsentierte sich am Donnerstag gut gelaunt, Druck verspürt der 43-Jährige nicht. Fünf Heimsiege in Serie haben das Selbstvertrauen der Borussia weiter gesteigert, zudem steht Nationalspieler Matthias Ginter nach überstandener Muskelverletzung wieder zur Verfügung.
„Unser Anspruch ist es, unabhängig vom Gegner auf den Platz zu gehen und Spiele zu gewinnen“, sagte Rose, betonte aber, dass man für einen Coup gegen die Bayern eine „Top-Leistung“ brauche. Trotz ihrer unglücklichen Niederlage gegen Bayer Leverkusen würden die Münchner derzeit „eine große Selbstverständlichkeit ausstrahlen“. Daher müsse Gladbach „zu jeder Zeit absolut aufmerksam sein“ und dürfe sich „keine Pause gönnen“.
Dass dies gelingt, daran hat Rose keine Zweifel. „Wir haben unseren Stil entwickelt. Wir fühlen uns momentan gut und sind gut drauf“, sagte der Coach, dem die Brisanz des seit Wochen ausverkauften Duells aufgrund der Vergangenheit bewusst ist: „Der FC Bayern und Borussia sind zwei Vereine, die eine große Tradition haben. Aus den siebziger Jahren, in denen die Klubs um die Meisterschaften gekämpft haben, gibt es eine gewisse Rivalität.“
Bei den großen Spielen damals saß häufig Hennes Weisweiler auf der Gladbacher Bank. Die 1983 verstorbene Trainer-Legende wäre am Donnerstag 100 Jahre alt geworden, erste Parallelen mit Rose werden schon gezogen. „Um den Status von Hennes Weisweiler bei Borussia zu erlangen, muss ich noch einiges erreichen. Vergleiche mit ihm ehren mich, sind aber viel zu früh“, sagte Rose. Ein Sieg gegen die Bayern würde da natürlich helfen.
Die Spieler glauben an einen Dreier. „Die Bayern sind eine Weltklasse-Mannschaft. Wir müssen auf einen Glanztag hoffen. Aber wir werden auch gegen sie Chancen bekommen“, sagte Stürmer Breel Embolo.
Ein Blick auf die Tabelle gibt Patrick Herrmann „ein tolles Gefühl“. Und das soll auch noch nach der Begegnung so sein. Wie damals, am 11. Dezember 1976. sid