München – Auch für Spitzenmannschaften in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gilt: Niederlagen gehören dazu. 52 Runden hat die „regular season“, wer zehnmal nicht gewinnt, war immer noch verdammt gut und in der Regel der Beste. Der EHC München hat diese Saison die Szene verblüfft, weil er die ersten elf Partien gewann und kein einziges Mal in die Verlängerung musste. Er verlor das zwölfte Saisonspiel, in Straubing war es, gewöhnte sich aber umgehend wieder das Gewinnen an. Die Bilanz Anfang November zur Deutschland-Cup-Pause lautete: 17 Spiele, 16 Siege.
Nach 23 Partien stehen aber vier DEL-Niederlagen in der Bilanz. Und auch wenn der EHC immer noch zehn Punkte vor dem Zweiten, vor Straubing, liegt: Er ist aus dem Skatingtritt geraten. Es wird wohl doch auf das Normalmaß von zehn verlorenen Spielen hinauslaufen, wenn man hochrechnet.
Eine Auffälligkeit: Seine vier Niederlagen kassierte der EHC gegen die anderen bayerischen Teams. Bei denen sich dann meist die Ex-Münchner hervortaten. Nürnberg gewann 4:3 am Oberwiesenfeld – drei Tore steuerten die früheren EHCler Marcus Weber, Joachim Ramoser und Tim Bender bei. In Ingolstadt beim 4:6 scheiterten die Münchner an Torhüter Jochen Reimer, auch mal einer der Ihren gewesen, beim 2:5 in Augsburg war einer der besten Panther Stürmer Jakob Mayenschein – ausgeliehen vom EHC München. Er und John Rogl, Verteidiger in Augsburg, standen danach vor den Kabinen einträchtig zusammen mit Maxi Daubner und Justin Schütz – man kennt sich bestens aus gemeinsam im Red.Bull-Nachwuchssystem verbrachten Zeiten. Gegen Teams außerhalb Bayerns ist der EHC diese Saison in der DEL aber noch ungeschlagen – was die gute Nachricht ist, mit der er ins kommende Wochenende geht. Da sind die Gegner Krefeld (Freitag, 19.30 Uhr), auswärts) und Mannheim (Sonntag, 17 Uhr, in der Olympia-Eishalle). In Mannheim, beim Meister, hatte der EHC sein spektakulärstes Saisonspiel abgeliefert – einen 7:2-Triumph. Allerdings war das am 20. September. Ewig her. Und Yannic Seidenberg hatte das Resultat auch relativiert: „Es war knapp, Mannheim war bis zum Schluss dran, wir haben in den letzten zwei Minuten noch drei Tore geschossen.“ Das 5:2 war ein Empty-net-goal, danach gaben sich die Adler auf.
Die Mannheimer kamen aber auch die folgenden Wochen nicht in Form. Es setzte ihnen zu, dass sie ihre beiden Jungstars Moritz Seider und Lean Bergmann ans nordamerikanische Profieishockey verloren, und in der Mannschaft wurde gemurrt über das harte Training von Chef Pavel Gross – wobei der verglichen mit seinem Assistenten Mike Pellegrims noch der „Good cop“ in der sportlichen Leitung ist.
In der Deutschland-Cup-Pause reiste kein einziger Adler-Spieler zur Nationalmannschaft, Zuchtmeister Gross brachte sein Team wieder in die Spur. In einer Tabelle seit den Länderspielen gerechnet sind die Mannheimer die Nummer eins. Der EHC steht auf Platz sieben, mit negativem Torverhältnis. Die Dominanz des ersten Saisondrittels, sie ist dahin.