Bournemouth – Jürgen Klopp graulte sich seinen grauen Vollbart. „Ja, das war perfekt. Zu 100 Prozent perfekt“, raunte der Teammanager des FC Liverpool zufrieden ins Mikrofon, nachdem die Reds auch den AFC Bournemouth rasiert hatten. Durch das 3:0 (2:0) bei den „Cherries“ an der englischen Südküste ist der frühere Rekordmeister der ersten Meisterschaft seit 1990 wieder ein großes Stück nähergekommen.
Das lag aber nicht nur daran, dass Liverpool den 15. Sieg am 16. Spieltag der Premier League feierte und weiter ohne Niederlage dasteht. Auch Titelverteidiger Manchester City leistete seinen „Beitrag“. Im Derby gegen United unterlag die Mannschaft von Coach Pep Guardiola 1:2 (0:2) – und hat somit bereits 14 Punkte Rückstand auf den Champions-League-Sieger.
In Bournemouth trafen dagegen Alex Oxlade-Chamberlain (35.), der Ex-Leipziger Naby Keita (44.) und Topstar Mo Salah (54.) für die Gäste, die seit 33 Ligaspielen ungeschlagen sind. Kaum jemand glaubt daran, dass die Reds wie in der Vorsaison den Titelgewinn verspielen werden. Die 19. Meisterschaft würde auch den Rekord wieder in greifbare Nähe bringen – United steht mit 20 Titeln auf Platz eins.
Doch daran will Klopp nicht denken. Schließlich steht für seine Mannschaft, die zum ersten Mal seit September ohne Gegentor geblieben war, schon am Dienstag ein „Endspiel“ bei RB Salzburg auf dem Programm. Der Titelverteidiger benötigt einen Punkt (oder eine Niederlage mit einem Tor Unterschied bei mindestens vier eigenen Treffern) beim österreichischen Serienmeister, um ins Achtelfinale einzuziehen. „Ich hatte schon vergessen, wie sich ein Erfolg ohne Gegentor anfühlt. Die Jungs wollten das unbedingt mal wieder schaffen. In der Kabine haben alle nur von der ‘weißen Weste’ gesprochen“, sagte Klopp. Und bald danach wohl über Salzburg. sid