Plötzlich Weltspitze: Abfahrer Schwaiger überrascht mit Platz sieben in Beaver Creek – Dämpfer für Dreßen

von Redaktion

Ausrufezeichen eines Aufsteigers: Dominik Schwaiger landete in Beaver Creek beim Abfahrtssieg des Schweizers Beat Feuz auf Rang sieben – mitten in der Weltelite und vor nachweislichen Ski-Größen wie Kjetil Jansrud (9.), Dominik Paris (11.) und Teamkollege Thomas Dreßen (19.).

Der 28-Jährige vom Königssee ist bisher nur Ski-Insidern ein Begriff, dabei debütierte er bereits 2011 im Weltcup. Damals noch im Riesenslalom, der Disziplin, in der ihm mit Platz vier im Parallel-Riesenslalom von Alta Badia 2015 seine bisher einzige Platzierung unter den Top 10 gelang.

Am Samstag ging Schwaiger, Sohn des ehemaligen Rennläufers Michael Eder, mit der hohen Startnummer 41 ins Abfahrtsrennen – und brachte die bis dahin Führenden noch einmal etwas ins Schwitzen. Ähnliches war ihm auch 2018 in Kitzbühel gelungen. Bis zur Hausbergkante, der letzten Prüfung der Streif, hatte Schwaiger damals Kurs auf eine Top-Platzierung gehalten, dann landete er fast im Fangnetz. „Das könnte schlimm ausgehen“, urteilte der damalige Herrenchef Mathias Berthold.

Schwaiger riskiert immer noch viel, aber er ist auch erwachsener und vorausschauender geworden. „Ich bin super happy mit dem siebten Platz“, erklärte der Berchtesgadener in Colorado. Ein Wette mit Alpindirektor Wolfgang Maier sei ein kleiner Extra-Anreiz gewesen. „Ich habe mit Wolfi eine kleine Wette am Laufen gehabt. Wenn ich Top 15 fahre, kriegen wir eine Kamera fürs Team, damit wir mal gescheite Fotos machen können für den DSV-Kanal“, so Schwaiger.

Darüber dürfte sich auch Teamkollege Dreßen freuen. Seit seinem sechsten Platz 2017 in Kvitfjell sammelte er Top-Platzierungen und drei Siege. Den letzten zur Verwunderung aller vor einer Woche nach einem Jahr Verletzungspause. In Beaver Creek, dort wo er sich im November 2018 das komplette Knie zerstörte, blieb er etwas hinter den Erwartungen zurück. „Sch . . .“ fand er Platz 27 im Super-G – und auch tags drauf seine verpatzte Durchfahrt der „Netzkurve“ in der Abfahrt, die ihn auf Platz 19 zurückwarf: „Da habe ich das Rennen weggeschmissen“, sagte er. Sorgen muss man sich deshalb keine machen, in Gröden (18. bis 21.12.) wird wieder mit Dreßen zu rechnen sein. Und vielleicht ja auch mit Dominik Schwaiger. MATHIAS MÜLLER

Artikel 10 von 11