Lake Louise – Es war eisig kalt in den kanadischen Rocky Mountains, doch Viktoria Rebensburg kam auf dem „heißen Stuhl“ im Zielraum gehörig ins Schwitzen. Mit Startnummer 7 hatte die Skirennläuferin aus Kreuth beim Super-G in Lake Louise eine starke Fahrt vorgelegt und anschließend auf dem roten Sitz der Führenden Platz genommen – genau dort, wo eine Woche zuvor Thomas Dreßen saß. Wie Dreßen blickte Rebensburg gespannt den Berg hinauf zu all den Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen – und am Ende durfte auch sie jubeln.
„Ehrlich gesagt hat sich die Fahrt gar nicht so schnell angefühlt“, sagte Rebensburg im ORF: „Es war eine ruhige Fahrt, das ist im Super-G ja oft nicht so ein gutes Zeichen, wenn es zu rund läuft. Aber es war sehr fein gefahren.“ Ihr unnachahmliches Skigefühl trug sie zu ihrem 18. Weltcup-Sieg, dem vierten in einem Super-G. „Hier zu gewinnen ist absolut etwas Besonderes“, sagte sie.
Schon vor dem Start hatte Rebensburg ein gutes Gefühl gehabt. „Das ist ein perfekter Tag für Skirennen, schöner geht’s nicht“, sagte sie bei Kaiserwetter und legte in 1:20,00 Minuten die Bestzeit vor. Nur Nicol Delago (Italien) kam ihr mit Startnummer 31 gefährlich nahe, blieb aber letztlich 0,35 Sekunden – umgerechnet 8,10 Meter – zurück. Dritte wurde Corinne Suter (Schweiz/+0,42).
Als Vierte und Neunte hatte Rebensburg bereits in den beiden Abfahrten von Lake Louise überzeugt, Kira Weidle war in der zweiten Schussfahrt nach Rang acht am Vortag gute Sechste geworden. Im technisch anspruchsvollen Super-G spielte Riesenslalom-Spezialistin Rebensburg dann ihr ganzes Können aus Ihr Lohn: Ein Cowgirl-Hut und 41 000 Euro Preisgeld.