Berlin – Mit versteinerter Miene verfolgte Markus Gisdol das Trauerspiel auf dem Rasen, auf der Tribüne hatte der mitgereiste Anhang dem Team des 1. FC Köln den Rücken gekehrt und feierte mit einer Polonaise nur noch sich selbst. Nach der 0:2 (0:1)-Pleite bei Mitaufsteiger Union Berlin ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter gesunken. Nur ein Punkt aus drei Spielen unter dem neuen Trainer steht zu Buche.
„Nach vorne war das zu wenig, und hinten bekommen wir immer Tore. So wird es natürlich schwer, Spiele zu gewinnen“, klagte Mittelfeldspieler Louis Schaub. Stürmer Simon Terodde forderte eine Serie: „Wir haben noch drei Spiele bis zur Winterpause, da müssen wir zusehen, dass wir Punkte holen.“
Nach dem enttäuschenden Auftritt in Berlin beträgt der Rückstand auf Relegationsrang 16 schon vier Zähler. Der Trainerwechsel von Achim Beierlorzer zu Gisdol ist nahezu wirkungslos verpufft. „Wir stehen kompakter“, meinte Mittelfeldspieler Dominick Drexler: „Aber wir machen Riesenfehler, die sofort bestraft werden.“
Union dagegen kletterte dank des Doppelpacks von Sebastian Andersson (33. und 50.) auf Tabellenplatz zehn und baute seinen Vorsprung auf Köln auf beruhigende elf Punkte aus. „Phänomenal“ nannte Sport-Geschäftsführer Oliver Ruhnert den vierten Heimsieg in Folge (Liga-Rekord): „Wir genießen es, das ist ein toller Tag für uns.“
Gisdols „Eff-Zeh“ hatte sich in der mit 22 102 Zuschauern ausverkauften Alten Försterei erschreckend plan- und harmlos präsentiert. Auch körperlich und läuferisch waren die Berliner den Kölnern überlegen. Die Verunsicherung durch die Ergebnisse der vergangenen Wochen war den Rheinländern deutlich anzumerken. Auch nach dem Seitenwechsel kam von den Gästen offensiv herzlich wenig, und nach dem schnellen 0:2 durch Andersson war erst recht kein Aufbäumen mehr zu erkennen. sid
Vierter Heimsieg in Folge für Union