Frankfurt – Eintracht Frankfurts Traum von weiteren magischen Nächten im Europapokal lebt nach einer Zitterpartie und einer peinlichen Pleite weiter. Der Fußball-Bundesligist verlor das abschließende Gruppenspiel in der Europa League gegen Vitoria Guimaraes aus Portugal nach zwei späten Gegentoren mit 2:3 (2:1) und verspielte den Gruppensieg, qualifizierte sich dank der Schützenhilfe des FC Arsenal aber dennoch für die Zwischenrunde. Frankfurts Danny da Costa stellte nach dem Abpfiff fest: „Der Abend steht unter dem Motto: Glück gehabt.“ Sportvorstand Fredi Bobic meinte erleichtert: „Wir sind weiter, nur das zählt.“
Der Vorjahreshalbfinalist zog mit neun Punkten als Zweiter der Gruppe F in die K.o.-Runde ein. Guimaraes hatte schon vor dem Anpfiff als Schlusslicht festgestanden. Standard Lüttich wurde nach einem 2:2 gegen Arsenal Dritter.
Da Costa (31.) und Daichi Kamada (38.) trafen nach dem frühen Gegentor durch Rochinha (8.) noch vor der Pause für Frankfurt. Da Costas Tor war dabei in erster Linie Gästekeeper Miguel Silva zu verdanken, dem ein harmloser Kopfball da Costas durch die Hände rutschte. Al Musrati (85.) und Marcus Edwards (87.) schockten die Frankfurter dann spät.
Bei der Eintracht waren Kapitän David Abraham und Mittelfeldspieler Sebastian Rode in die Startelf zurückgekehrt. Im Angriff bot Trainer Adi Hütter die portugiesischen Angreifer Andre Silva und Goncalo Paciencia gegen deren Landsleute auf.
Frankfurt übernahm nach ersten zögerlichen Minuten schnell die Initiative. Viel lief dabei über die Außenbahnen, Torgefahr strahlte die Hütter-Elf aber zunächst nicht aus.
Statt Jubelschreien schallte schnell ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen: Auch die Frankfurter Spieler beschwerten sich heftig über die Entstehung des frühen Gegentors, weil Schiedsrichter Gediminas Mazeika (Litauen) ein klares Foul an Rode nicht ahndete und die Portugiesen weiterspielten, obwohl der Deutsche mit Schmerzen am Boden liegen geblieben war. Die Proteste änderten nichts am Rückstand, den Andre Pereira nur zwei Minuten später hätte erhöhen können.
Die Platzherren taten sich nach dem Gegentor schwer und präsentierten sich lange einfallslos. Die Hessen verlagerten das Spiel mit frühem Pressing zwar in die gegnerische Hälfte, in Ballbesitz gelang dem Bundesligisten aber nicht viel. Erst nach Silvas kapitalem Fehlgriff kam die Eintracht zurück ins Spiel. Die Gastgeber kombinierten nun sicher und nutzten die Räume besser. Kamadas Führungstor war folgerichtig, kurz vor der Pause hatte Silva den dritten Treffer auf dem Fuß (45.).
Nach dem Seitenwechsel war Frankfurt bemüht, mit einem weiteren Tor das Weiterkommen endgültig abzusichern. Doch häuften sich nun Ungenauigkeiten im Aufbauspiel. Bei Florents Lattentreffer aus 30 Metern (55.) hatte der Bundesligist noch Glück, dann drehten die Gäste tatsächlich noch spät das Spiel. Frankfurt zitterte sich aber mit der Blamage weiter. sid