München – Johan Gustafson, Goalie der Adler Mannheim, konnte dem Puck nur verdutzt hinterherschauen. Yannic Seidenberg leitete zuvor den Konter ein und schickte Robert Sanguinetti auf die Reise, der die Scheibe zur 2:1-Führung für den EHC München ins Netz setzte (21.). Es war eine kurze Phase zu Beginn des zweiten Drittels, die den Münchnern Hoffnung machte, der aktuellen Ergebniskrise zu entkommen. Mannheim zerstörte diese Hoffnung jedoch innerhalb von zwei Minuten. Erst erzielte Björn Krupp den Ausgleich (33.), und dann sorgte Plachta (35.) für die erste Führung der Mannheimer in der Partie. Die entscheidende Sequenz bei der 2:4 (1:1, 1:3, 0:0)-Niederlage des EHC München gegen die Adler Mannheim am Sonntag. „Bis zu den letzten sechs Minuten im zweiten Drittel haben wir super gespielt“, sagte Yasin Ehliz nach der Partie.
Sieben Tage war es gerade einmal her, dass sich München und Mannheim in einem hochklassigen Spiel alles abverlangt hatten. Die Münchner unterlagen mit 2:3 nach Verlängerung. Die Antwort von EHC-Coach Don Jackson auf die Frage, was er sich im Vergleich zur Overtime-Niederlage von vor einer Woche als Verbesserung wünsche, fiel ebenso lapidar wie einleuchtend aus: „Die Führung erzielen.“ Für die Erfüllung des Wunsches war Chris Bourque verantwortlich. Nach einer überragenden Vorarbeit von Trevor Parkes erzielte Bourque (10.) seinen neunten Saisontreffer.
Es war eine Partie zwischen zwei Teams mit unterschiedlichen Formkurven. Nach dem traumhaften Start in die Saison ging den Münchnern in den letzten Wochen – auch bedingt durch viele Ausfälle – ein wenig die Luft aus. Von den vergangenen sechs Spielen verlor man gar vier. Das Team von Pavel Gross reiste hingegen mit breiter Brust in den Süden. Die Adler stellen seit der Unterbrechung durch den Deutschland-Cup das erfolgreichste Team der DEL.
In den ersten Minuten übertrug sich die reine Statistik durchaus aufs Eis: Mannheim agierte mit viel Druck, störte früh das Aufbauspiel der Münchner und hatte die zwingerenden Aktionen im entscheidenden Drittel. Der Druck des amtierenden Meisters verpuffte aber mit eben jenem Tor von Borque. Auch der zwischenzeitliche Ausgleich der Mannheimer im Powerplay durch Nicolas Krämmer (15) brachte den EHC nicht aus dem Konzept. Kurz vor der ersten Drittelpause hatte der erst 19-jährige Bastian Eckl sein erstes DEL-Tor auf dem Schläger, schoss jedoch am leeren Gehäuse vorbei.
Statt Aufwind durch den Führungstreffer durch Sanguinetti zu bekommen, folgte der Mannheimer Doppelschlag durch Krupp und Plachta. David Wolff sorgte mit seinem Treffer (39.) für die Entscheidung und den sechsten Auswärtssieg der Adler in München in Folge. „Wir durchleben zurzeit eine schwere Zeit“, sagte Jackson nach dem Spiel, „Mannheim hat uns für die individuellen Fehler bestraft.“
Kleines Licht am Horizont: Jackson kann ab sofort auf die Junioren Filip Varejcka, 18, und Philip Mass, 19, zurückgreifen, die es nicht in den endgültigen Kader der deutschen U 20-Nationalmannschaft für die WM schafften.