Tuchel und Tottenham als kurze Ablenkung

von Redaktion

Dortmund und Leipzig nehmen Lose zur Kenntnis – blicken aber primär aufs „Sechs-Punkte-Spiel“

München – Ein kurzer Blick nach Nyon, dann ging es auch schon mit dem Alltag weiter. „Es fühlte sich normal für mich an“, sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu dem Los, das seinen Dortmundern gestern Mittag in der UEFA-Zentrale zugeteilt wurde. In mehr als zwei Monaten also fordert der BVB seinen Ex-Trainer Thomas Tuchel und die Millionentruppe von Paris St. Germain im Achtelfinal-Duell der Champions League. Davor aber, um genau zu sein heute Abend um 20.30 Uhr, geht es für die Mannschaft von Lucien Favre darum, Tabellenführer Leipzig in der Bundesliga auf die Pelle zu rücken.

Vier Punkte trennen die beiden Teams aktuell, und beide wollen ihren positiven Trend mit in die Winterpause nehmen. Wohlwissend, dass es danach nicht nur in der Liga weiter eng zugehen wird, sondern auch in der Königsklasse echte Kaliber warten. Auf „50:50“ bezifferte Watzke die Chancen gegen PSG, er blieb da genau wie Marco Reus optimistisch. Der Kapitän sprach von einem „wunderbaren Los“, bei dem er sich „natürlich“ etwas ausrechne. Die auffallend gute Stimmung in Dortmunder Reihen soll nicht leiden.

Auch RB Leipzig, das es mit Bayerns Gruppengegner Tottenham zu tun bekommt, sprach keineswegs von Lospech. „Es war klar, dass wir einen großen Verein bekommen, das ist in dieser Runde normal“, sagte Sportdirektor Markus Krösche. Tottenham, gegen Bayern mit 7:2 und 3:1 unterlegen, sei „ein attraktiver Gegner“, das Duell werde „eine schwierige Aufgabe, keine Frage“. Leipzig steht aber aktuell nach fünf Liga-Siegen hintereinander nicht umsonst an der Tabellenspitze der Bundesliga.

Die Vorfreude auf den heutigen Abend ist dementsprechend groß. „Das wird ein spannendes Spiel. Da geht es um viel, da werden die Weichen für den restlichen Verlauf der Saison gestellt“, sagte Nationalspieler Timo Werner. Für die Tabelle sei das Topspiel des 16. Spieltags „ein Sechs-Punkte-Spiel“, darüber hinaus aber geht es für beide Teams darum, den Platz vor dem FC Bayern zu festigen. Das Wort „Titelreife“ nahm RB-Trainer Julian Nagelsmann in den Mund.

Apropos Titel: Vorjahressieger Jürgen Klopp muss mit dem FC Liverpool im Achtelfinale gegen Atletico Madrid ran. Das richtige Highlight der ersten K.o.-Runde aber dürfte die Partie zwischen Real Madrid und Manchester City werden. „Das ist schon ein Hammer“, sagte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic über die Begegnung, neben der Duelle wie jene zwischen Newcomer Atalanta Bergamo und dem FC Valencia, Olympique Lyon und Juventus Turin oder dem SSC Neapel und dem FC Barcelona fast untergehen.

Watzke nahm sie alle kurz zur Kenntnis, ließ sich aber nicht groß aushalten. Er hielt es da wie die drei BVB-Vertreter in Nyon, die beim Hammer-Los kaum eine Miene verzogen. Alles Zukunftsmusik – jetzt wartet RB. H.RAIF

Artikel 1 von 11