Freiburg – Wer zwölf Mal hintereinander in der Startelf steht, darf beim FC Bayern als Dauerbrenner bezeichnet werden – und man musste Alphonso Davies auch nach dem Auftritt inklusive Assist beim 3:1 in Freiburg eine insgesamt solide Leistung attestieren. Allerdings ging bei allem Lob für den überragenden Alleingang vor Robert Lewandowskis frühem Führungstreffer nicht unter, dass der 19-Jährige sich in der Defensive einige Fehlerchen erlaubte. „Das darf man ihm zugestehen“, sagte Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor sieht seinen „Phonsie“ auf einem guten Weg, sagte aber: „Er muss auch die Balance zwischen Offensive und Defensive finden.“
Vorne hui, hinten pfui? Das galt zumindest phasenweise für den Auftritt von Davies. Unter anderem beim Ausgleich wurde er gemeinsam mit Ivan Perisic stehen gelassen. Auch später, als Freiburg näher dran war an der Führung als die Bayern, wirkte er nicht immer sattelfest. Einen Rüffel von den – auch nicht fehlerfreien – Kollegen gab es trotzdem nicht: „Wir haben genug Spieler, die Fehler ausbügeln können“, sagte Davies’ Nebenmann Alaba: „Deshalb sind wir ein Team – das gehört dazu.“
Mit 19 Jahren ist niemand perfekt, und freilich ist man in Bayern-Reihen über die Entwicklung des Kanadiers mehr als froh. Weil Davies eine gute Option auf der linken Abwehrseite ist, kann Alaba in Abwesenheit von Lucas Hernandez und Niklas Süle im Zentrum dirigieren. Davies’ „Schnelligkeit und Mut“ (Alaba) beleben das Bayern-Spiel, zudem, sagte Salihamidzic, „hat er das Herz am rechten Fleck“. Nach vorne funktioniere es bereits so gut, „weil er immer mehr Selbstvertrauen bekommt, dadurch ist sein erster Kontakt immer besser“. Nun gilt es, das Defensivverhalten noch souveräner und konstanter werden zu lassen.
Apropos Selbstvertrauen: Davies schlenderte bester Laune zum Bus, grüßte hier und da. So, als wäre er schon immer dabei – und nicht erst seit Kurzem ein echter Dauerbrenner. hlr