Rassismus in Block 206

von Redaktion

Ein Basketball-Fan in Berlin beleidigt Bayern-Profi Greg Monroe – bis andere eingreifen

Berlin/München – Am Mittwochabend hat Greg Monroe in der Basketballarena in Berlin auf einem Zettel unterschrieben. Es kommt oft vor, dass Monroe, der schon 632 Mal in der NBA gespielt hat, in den deutschen Hallen um seine Unterschrift gebeten wird. An diesem Abend war es jedoch anders. Denn mit seiner Unterschrift unterstützte er einen Strafantrag gegen einen Zuschauer. Der Vorwurf: Beleidigung mit rassistischem Hintergrund.

Es ist nicht ganz sicher, was am Mittwochabend in Block 206 der Mercedes-Benz Arena passiert ist, viel lässt sich am Tag danach aber rekonstruieren. In der Euroleague spielte Alba Berlin gegen den FC Bayern, als in jenem Block im Unterrang ein Berliner Zuschauer anfing, den US-Amerikaner Monroe rassistisch zu beleidigen. Das muss recht früh im Spiel gewesen sein, jedenfalls sind die Verantwortlichen aus München schon während der Partie über einen Vorfall informiert worden. Was genau der Zuschauer gesagt hat, ist nicht bekannt, es brachte einige andere Fans aber dazu, das Sicherheitspersonal der Halle zu rufen. Der Zuschauer – laut Polizei ein 18-jähriger Mann – wurde aus dem Block und dann auch aus der Halle geführt. Außerdem, so schreibt es Alba Berlin in einer Mitteilung, haben die Betreiber der Arena ihm Hausverbot erteilt.

Greg Monroe hat die rassistischen Beleidigungen während des Spiels, das seine Bayern in der Verlängerung 77:76 gewannen, gar nicht gehört. Hinterher klärte man ihn auf. Er unterschrieb dann das offizielle Papier für einen Strafantrag – und unterstützte so weitere Maßnahmen.

Die zwei deutschen Spitzenclubs reagierten gestern beide auf den Vorfall. „Wir sind bestürzt und verurteilen den Vorfall in aller Schärfe“, teilte Alba Berlin mit. „Diskriminierung jeglicher Art hat weder bei uns noch in der Gesellschaft irgendetwas zu suchen und wird von uns konsequent geahndet und strafrechtlich verfolgt.“ Der Medienchef des FC Bayern, Andreas Burkert, zeigte sich „betrübt“ über den Zwischenfall, hob dann aber auch die Reaktion der anderen Berliner Fans im Block hervor: „Wir finden es vorbildlich, dass Zuschauer solche Undinge melden. In der Gesellschaft darf Rassismus keinen Platz haben, auch nicht im Basketball.“  cfm

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