Und jetzt, Löwen?

von Redaktion

Strafe abgewendet, Zukunft weiter offen

München – Die alljährliche Darlehens-Wandlung ist über die Bühne, eine drohende Strafzahlung abgewendet, doch perspektivisch bleibt beim TSV 1860 alles beim Alten: Ohne Einigkeit der Gesellschafter keine Kapitalerhöhung, ohne Kapitalerhöhung keine Planungssicherheit. Finanzboss Michael Scharold hat die Problematik einst treffend zusammengefasst, als er die defizitäre und bilanziell überschuldete Fußball-KGaA als „krankes Unternehmen“ bezeichnete.

Nun, da die Lizenzierung für die kommende Saison ansteht und der ablösefreie Abgang von Leistungsträgern wie Efkan Bekiroglu droht, wird auch Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel wieder deutlicher. Michael Köllner und seine Wenigkeit seien „nicht hier, um die 3. Liga zu verwalten“, stellte er in diesen Tagen heraus. Am Zuge sei „die Politik“, die „wie überall im Leben“ auch im Mikrokosmos namens TSV 1860 die Richtung vorgebe.

Ein weihnachtlicher „Raus aus der Pleiteliga“-Appell, der zwar mit einer Schicht Puderzucker überzogen war („Ich sehe ein lösungsorientiertes Zusammen“), aber im Kern ein in Worte gefasstes Zähneknirschen ist. Auf den konkreten Fall Bekiroglu angesprochen, der ein erstes Angebot abgelehnt hatte, sagte Gorenzel: „Efkan will sich nach oben orientieren, wir wollen uns nach oben orientieren. Man wird sehen, ob wir im Frühjahr zusammenkommen oder nicht.“

Eine erste Weichenstellung gibt es bei den Torhütern. Tom Kretzschmar, 20, aktuell die Nummer drei hinter Marco Hiller und Hendrik Bonmann, hat seinen auslaufenden Vertrag verlängert. Was das für die Platzhirsche bedeutet, ist klar. Einer von beiden wird sich im Sommer verabschieden. Bei Hiller soll es eine Verlängerungsoption geben. LUDWIG KRAMMER

Artikel 1 von 11