Acht Tore gegen den Frust

von Redaktion

Bad Tölz stoppt gegen Heilbronn die Pleitenserie – Problemposition Tor

Bad Tölz – Es war der perfekte Zeitpunkt für die Kehrtwende, aber auch allerhöchste Zeit dafür. Nach sieben Niederlagen am Stück, meldeten sich die Tölzer Löwen mit einem eindrucksvollen 8:6-Erfolg gegen den Tabellenzweiten der DEL 2, die Heilbronner Falken, zurück.

Die Offensivleistung und das Powerplay übertrumpften vor 3300 Zuschauern in der Tölzer Arena die zuletzt frappierende Defensivschwäche. Der vorentscheidende Treffer in einem echten Spitzenspiel gelang Top-Scorer Marco Pfleger ausgerechnet in Unterzahl. Trainer Kevin Gaudet zeigte sich erleichtert: „Den Sieg haben wir unbedingt gebraucht.“

Seine Mannschaft war zuletzt ja gehörig vom Idealkurs abgedriftet. Bereits die einfachsten Fehler zogen zumeist Gegentore nach sich. Und plötzlich geriet auch der Goalie ins Fadenkreuz der Kritik. Die schwache Fangquote ist bei über 100 Gegentoren selbsterklärend. Doch häuften sich auch die klaren Torwartfehler. Am Freitag in Kaufbeuren etwa war Silo Martinovic am entscheidenden Gegentor in der Verlängerung unmittelbar verantwortlich. Auch gegen Heilbronn musste man dem 39-Jährigen den einen oder anderen Patzer ankreiden. Doch Martinovics Einsatz scheint alternativlos. Die Hinzunahme eines deutschen Torhüters erscheint aktuell mangels Optionen auf dem Transfermarkt ausgeschlossen. Dem jungen Back-Up Henrik Huwer traut Gaudet offensichtlich die Rolle des Entlasters noch nicht zu. So wird das Problem vorerst bleiben.

Immerhin ist nach dem spektakulären 8:6 der gröbste Frust der Vorwochen abgebaut. Das unwiderstehliche Überzahlspiel, ein nimmermüder Tyler McNeely, der nach einem Puckeinschlag um den Augenbereich sogar genäht werden musste, und ein alles überragender Lubor Dibelka (zwei Tore, drei Vorlagen) übertünchten gleichwohl die Mängel im Abwehrverhalten. Das Team habe mit „viel Herz“ gespielt, sagte Gaudet. Die vielen Torerfolge untermauern, dass die Löwen „unbedingt wollen“. Nach einer kurzen Weihnachtspause geht es am kommenden Donnerstag beim Angstgegner Crimmitschau weiter, ehe das Heimspiel-Doppel gegen Frankfurt und Dresden den Jahresabschluss bildet.

OLIVER RABUSER

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