München – Vom linken Unterarm grüßt das Münchner Kindl und irgendwann will sich Adrian Fein auch noch ein Alpen-Motiv tätowieren lassen. Das äußere Erscheinungsbild verrät bereits: Fein ist Münchner durch und durch – und ab Sommer 2020 wird sich sein Arbeitsplatz wieder in die Landeshauptstadt verlagern. Denn: Nach Informationen unserer Zeitung soll der aktuell an den Hamburger SV verliehene Mittelfeldspieler ab nächster Saison den FC Bayern verstärken und sich bei den Profis beweisen. Darum steht Fein, 20, dem Vernehmen nach auch vor einer Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrages mit dem Rekordmeister. Ein Münchner Kindl für die Bayern.
Bereits mit sieben Jahren wechselte er in die Jugendabteilung des FC Bayern. Als Leistungsträger der Bayern-Amateure in der Regionalliga schaffte er den Sprung in den Profi-Fußball: Zur Saison 2018/2019 wurde er an Zweitligist Jahn Regensburg verliehen, bevor es diese Saison nach Hamburg ging. Beim HSV wurde er unter Trainer Dieter Hecking sofort zum Stammspieler als Sechser und ist bei den Rothosen innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Leistungsträger geworden. „Den HSV ohne Adrian Fein könnte man sich aktuell nicht vorstellen, weil er dort so eine dominante Rolle hat“, sagte neulich erst Holger Seitz, Teil des Führungsstabes am Bayern-Campus. Fein wird wegen seiner Spielweise als Sechser (aggressive Zweikampfführung, Spiel-aufbau aus der Tiefe, Flugbälle zur Spielverlagerung) und seinem Bezug zur Stadt München häufig mit dem früheren Bayern-Idol Bastian Schweinsteiger verglichen.
Die positive Entwicklung von Fein ist auch den sportlichen Entscheidern der Profi-Mannschaft nicht verborgen geblieben. Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Chef-scout Marco Neppe stehen in regelmäßigem Austausch mit Fein, aber auch der Vorstand um den Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge soll in die anstehende München-Rückkehr involviert sein.
Aber hat Fein im Münchner Star-Ensemble überhaupt eine realistische Chance, Spielpraxis zu bekommen? Durchaus. Im aktuellen Profi-Kader des FC Bayern gilt lediglich Joshua Kimmich als spiel- und zweikampfstarker Sechser. Javi Martinez hat nach wie vor Schwächen im Spielaufbau, Thiago fühlt sich auf den Achter-Positionen bekanntlich wohler. Bereits im vergangenen Sommer dachten die Bayern-Verantwortlichen daher über eine Verpflichtung von Marc Roca, 23, von Espanyol Barcelona nach. Salihamidzic und Neppe beobachteten ihn mehrmals während der U 21-EM. Letztendlich entschied sich der Club gegen einen Transfer des Spaniers. Gut möglich, dass bei dieser Entscheidung auch schon der Name Adrian Fein eine Rolle gespielt hat.