Die deutschen Tops und Flops des Sportjahres 2019

von Redaktion

TOPS

Niklas Kaul/Malaika Mihambo: Die Wahl zum Sportler und zur Sportlerin des Jahres kam kaum überraschend. Zu überwältigend war der WM-Triumph von Zehnkämpfer Niklas Kaul, zu überzeugend die spektakuläre Flugshow von Weitspringerin Malaika Mihambo zur neuen Weltmeisterin. Bei den Leichtathletik-Titelkämpfen in Doha setzten die beiden DLV-Athleten goldene Glanzlichter.

Kevin Krawietz/Andreas Mies: 82 Jahre dauerte es, dann fanden sich für den „Tennis-Baron“ Gottfried von Cramm und seinen Partner Henner Henkel endlich erfolgreiche Erben. Kevin Krawietz aus Ahorn-Witzmannsberg im Landkreis Coburg und Andreas Mies aus Köln gewannen im Juni die French Open. Damit überraschten sie alle, vor allem sich selbst.

Florian Wellbrock: Erst WM-Gold im Freiwasser, zwölf Tage später Gold im Becken – Florian Wellbrock schrieb im Juli mit seinem historischen Doppel-Gold im südkoreanischen Gwangju Geschichte. Noch nie hatte ein Schwimmer draußen und drinnen triumphiert.

Markus Eisenbichler: Ohne einen einzigen Weltcupsieg war Skispringer Markus Eisenbichler zur WM nach Seefeld gereist, am Ende der Titelkämpfe war er dreifacher Weltmeister.. „Ich muss allen danken, die immer meinen Dickschädel ertragen haben“, sagte er.

Emanuel Buchmann: Die Planche des Belles Filles oder der ewig lange Aufstieg zum Col du Tourmalet – Emanuel Buchmann kletterte auf zwei Rädern wie ein Wahnsinniger. Zwischenzeitlich durften die deutschen Rad-Fans bei der Tour de France sogar vom Podest in Paris träumen. Als Gesamtvierter reichte es dafür nicht ganz – doch sicher ist: Der schüchterne 27-Jährige wird wieder angreifen.

Handball-Nationalmannschaft: Für eine Medaille hat es bei der WM in Deutschland und Dänemark nicht ganz gereicht, aber das DHB-Team, das Vierter wurde, begeisterte mit Kampfgeist und elanvoller Spielweise. Das Turnier wurde zur Werbung für den Handballsport. Die Halbfinalpartie Deutschland – Norwegen sahen hierzulande 11,9 Millionen Zuschauer: Rekordquote im deutschen Fernsehen für 2019.

FLOPS

Sebastian Vettel: Nicht den Hauch einer Chance in der Formel-1-WM – und diesmal war selbst der Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc vor dem Heppenheimer. Vettel erlebte ein Jahr des Grauens. DFB-Frauen: Der Viertelfinal-K.o. bei der WM hat bittere Nachwirkungen für die im Umbruch befindlichen DFB-Frauen, aber natürlich auch für den deutschen Frauenfußball allgemein. Die Olympia-Teilnahme wurde verspielt, die Chance auf zusätzliche Aufmerksamkeit nicht genutzt. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat viel Arbeit vor sich.

Basketball-Nationalteam: Das wohl beste Team der DBB-Geschichte erlebte bei der WM in China ein Desaster. Die Basketballer um ihren Starspieler Dennis Schröder gingen mit einem hochtalentierten Kader an den Start, hatten alles, was es brauchte – aber nur auf dem Papier. Auf dem Feld war davon herzlich wenig zu sehen, das frühestmögliche Scheitern war eine herbe Enttäuschung.

Reinhard Grindel: Irgendwann wurde der öffentliche Druck zu groß, die Annahme einer 6000 Euro teuren Uhr zwang Reinhard Grindel letztlich zum sofortigen Rücktritt vom Amt des DFB-Präsidenten. Zuvor war er schon länger angezählt gewesen. „Fassungslos“ mache ihn sein Fehler, sagte Grindel im April, als er den DFB endgültig in eine Führungskrise stürzte. Grindels dreijährige Amtszeit bleibt in schlechter Erinnerung, es war ein Missverständnis.  sid

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