London – Der deutsche Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger zeigte sich erschüttert über die rassistischen Anfeindungen gegen ihn beim Auswärtsspiel seines FC Chelsea gegen Tottenham Hotspur. „Es ist eine Schande, dass es im Jahr 2019 immer noch Rassismus gibt. Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf?“, schrieb der Abwehrspieler am Montag auf seinem Twitter-Kanal. Zudem erklärte Rüdiger: „Es ist wichtig, dass man darüber in der Öffentlichkeit spricht, sonst wird es in ein paar Tagen wieder vergessen sein.“
Schiedsrichter Anthony Taylor hatte den FIFA-Vorgaben entsprechend nach rassistischen Rufen am Sonntag drei Durchsagen des Stadionsprechers veranlasst. Bei weiteren Vergehen hätte es sogar zu einem Spielabbruch kommen können. Die Spurs teilten am Abend mit, dass sie eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet hätten.
Rüdiger hofft bei der Ermittlung der Rufer auf die Videoaufzeichnungen: „In so einem modernen Stadion mit Dutzenden von TV- und Sicherheitskameras muss es möglich sein, die Täter zu finden und sie danach zu bestrafen.“ Der FC Chelsea gewann die Partie mit 2:0.
Inzwischen hat die britische Regierung die Zusammenarbeit mit dem englischen Fußballverband und der Premier League angekündigt. „Natürlich müssen die Fußballverbände mehr tun, um dieses Problem zu lösen. Wir sind entschlossen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und es aus der Welt zu schaffen“, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag. dpa