Nervenstark in der „Frankenhölle“

von Redaktion

Die Basketballer des FC Bayern besiegen Bamberg mit 82:76 – Defensive deutlich verbessert

VON NICO-MARIUS SCHMITZ

Bamberg – Der Pass von Nihad Djedovic segelte über den halben Court und fand unter dem Korb mit Greg Monroe einen dankbaren Abnehmer. Der Center nutzte die gesamte Wucht seines Körpers, bäumte sich auf und legte den Ball ins Netz. Nur wenige Sekunden später klaute Maodo Lo, Spielmacher der Münchner, dem Bamberger Darion Atkins gedankenschnell den Ball und sorgte mit einem Korbleger zu Beginn des zweiten Viertels für die erste zweistellige Führung des FCBB in der Partie.

Das dominante Auftreten vom starken Monroe (20 Punkte) gepaart mit einer konzentrierten Leistung in der Defensive der Basketballer des FC Bayern waren der Schlüssel beim 82:76 (43:39)-Sieg vor 6150 Zuschauern in Bamberg.

In der Anfangsphase spielten die Münchner zu eindimensional und suchten als einziges Konzept Monroe in der Zone. Mit der Hereinnahme von Maodo Lo – DeMarcus Nelson stand auf der Position des Spielmachers in der Starting Five – erhielt das Spiel des FCBB mehr Struktur und Variabilität in der Offensive

Das Duell am Montagabend war nicht nur das 42. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, sondern zugleich auch die erste Partie im europäischen Basketball mit audioverkabelten Spielern – Vladimir Lucic und Elias Harris. So hörte man in den Pausen ausgewählte Sequenzen, in denen Lucic beispielsweise die Defensive seines Teams organisierte. Um zu erkennen, dass die Münchner wieder mit deutlich mehr Selbstbewusstsein auftreten, braucht man am Montagabend das kleine, ins Trikot eingearbeitete Mikrofon aber nicht. Nach der bitteren Lehrstunde daheim in der Euroleague am Freitag gegen Kaunas blieb die Mannschaft von Coach Dejan Radonjic in der „Frankenhölle“ nervenstark.

„Bamberg ist heimstark und hat ein gutes Team, nach dem Kaunas-Spiel müssen wir in der Atmosphäre dort vor allem in der Defense eine Reaktion zeigen und bereit sein für ein physisches Spiel“, sagte Radonjic im Vorfeld des Duells.

Die Basketballer des FC Bayern nahmen sich die Worte ihres Trainers zu Herzen und zeigten sich defensiv deutlich verbessert. Einzig Point Guard Paris Lee überragte bei Brose mit starken 23 Punkten. Als Topscorer bei den Münchnern agierten Monroe (20 Punkte) und Lucic (18) Das Verletzungspech bleibt dem FCBB hingegen leider treu: Nach fünf Minuten schüttelte Danilo Barthel resigniert den Kopf – der Kapitän konnte aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr weiterspielen. Trotzdem feierte sein Team den nächsten Sieg in der Bundesliga und bleibt national ungeschlagen

Für die Münchner geht es im neuen Jahr bereits am Donnerstag mit dem schweren Euroleague-Spiel in Belgrad weiter. Dann wird sich zeigen, ob der Sieg in Bamberg nur ein kurzes Aufbäumen oder doch mehr war.

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