München – Bei Alexander Nübel steht die Null – und das schon bevor der 23-Jährige das erste Mal das Tor des FC Bayern gehütet hat. Denn: Der Keeper des FC Schalke 04 wechselt im kommenden Sommer für null Euro Ablöse nach München. Wie inzwischen üblich – und auch bei Leon Goretzka geschehen – dürften Nübel und Berater Stefan Backs aber ein Handgeld in Millionenhöhe einstreichen. Trotzdem bleibt aus Sicht des deutschen Rekordmeisters festzuhalten: Nübel ist und bleibt ein Super-Schnäppchen. Vor allem, wenn man sieht, was die europäischen Topclubs mittlerweile für Schlussmänner hinblättern müssen.
Schaut man sich die Transfers der teuersten Torhüter aller Zeiten (laut transfermarkt.de), fällt auf, dass die meisten Wechsel in den letzten zweieinhalb Jahren vonstatten gingen. An der Spitze der Liste steht der Spanier Kepa Arrizabalaga, der mit zarten 24 Jahren von Athletic Bilbao zum FC Chelsea nach London verkauft wurde. Kostenpunkt im Sommer 2018: satte 80 Millionen Euro. Bemerkenswert ist, dass Kepa zu diesem Zeitpunkt gerade einmal rund 50 Partien in der spanischen ersten Liga absolviert hatte. Chelsea war trotzdem bereits komplett überzeugt.
Etwas weniger Geld musste der FC Liverpool vor eineinhalb Jahren investieren, um Alisson Becker von der AS Rom an die Anfield Road zu lotsen. Nach dem verlorenen Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid stand für Liverpool-Coach Jürgen Klopp fest, dass sein Team einen neuen Keeper auf Weltklasse-Niveau braucht. Im Endspiel um den Henkelpott hatte Schlussmann Loris Karius zwei Mal gepatzt und die 1:3-Pleite zu großen Teilen verschuldet. Für den Ex-Mainzer hatte Liverpool 2016 nur rund sechs Millionen gezahlt, Nachfolger Alisson kostete mehr als das Zehnfache.
Mit Manuel Neuer taucht in der Reihe der teuersten Torhüter auch die aktuelle Nummer eins der Bayern auf. Seinen Transfer (2011) ließen sich die Münchner 30 Millionen kosten. Nübel, der potenzielle Thronfolger des Nationalkeepers, wurde nun für eine Nullsumme geholt. Nicht umsonst sprach das neue Vorstandsmitglied Oliver Kahn von einer „sehr klugen strategischen Entscheidung“. Der Titan übrigens kostete 1994 rund 2,3 Millionen Euro – Zeiten ändern sich.