Kalifornische Lässigkeit

von Redaktion

Hertha-Coach reicht nötige Informationen an DFB weiter und darf auf der Bank sitzen

Berlin – Diese Show lässt sich Jürgen Klinsmann nicht nehmen. Die über Nacht hereingebrochene Debatte um eine möglicherweise ungültige Fußballlehrer-Lizenz wischte der Cheftrainer von Hertha BSC mit seinem bekannten Lächeln vom Tisch. „Die Informationen, die der DFB braucht, habe ich ihnen schon zugemailt“, erklärte Klinsmann auf Facebook und vermeldete „Entspannung“. Auch Größenwahnsinnsvorwürfe angesichts Klinsmanns Visionen von einem „Mega-Club“ in der deutschen Hauptstadt lässt der einstige Welt- und Europameister nicht gelten. „Größenwahn? Es stimmt absolut nicht. Realität ist, wir sind im Abstiegskampf“, verkündete Klinsmann vor dem Start in die Rückrunde. Die Lage erleichtern würde fraglos ist ein Erfolg gegen München. „Gegen Bayern zu punkten ist nicht einfach. Aber warum soll es nicht gelingen?“, bemerkte Klinsmann mit Hinweis auf ein gutes Trainingslager in den USA: „Was gibt es Schöneres, als jetzt den FC Bayern zu erwarten?“ Klinsmann hatte als Spieler in 84 Spielen 48 Tore für den Rekordmeister. Vom Sommer 2008 bis April 2009 war Klinsmann Bayern-Trainer.

Das Wiedersehen nach einer nicht gerade friedlichen Trennung will sich der Neu-Berliner auch von der Debatte um seine Lizenz nicht vermiesen lassen. „Die liegt irgendwo in meinem Häuschen in Kalifornien in irgend einer Schublade. Die werden wir schon wieder finden“, sagte Klinsmann. „Es hat alles seine Ordnung. Das ist gar kein Problem“, ergänzte der 55-Jährige.

Auch Hertha sieht keine Probleme: Bis zum Spiel gegen seien ja noch ein paar Tage Zeit. Wenn notwendig, können man die Situation auch am Spieltag regeln. Falls Chefcoach Klinsmann den Nachweis einer Lizenz, die alle drei Jahre erneuert werden muss, doch nicht rechtzeitig erbringen könnte, müsste offiziell gegen die Bayern möglicherweise ein Assistenztrainer mit gültigem Schein das Team betreuen. Klinsmann würde trotzdem auf der Bank sitzen.  dpa

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