So gut wie nie

von Redaktion

BC München greift nach Billard-DM-Titel – doch es gibt Probleme

VON CHRISTIAN STÜWE

München – Am letzten Hinrunden-Spieltag der Dreiband-Bundesliga deutete lange nicht auf den 5:3-Sieg des BC München gegen den BC Elversberg hingewiesen. Konstantinos Kokkoris lag gegen Jef Philipoom bereits mit 20:37 zurück. Doch dann gelangen dem Griechen eine Aufnahme mit elf und eine weitere mit acht Punkten. Solche Serien sind im Dreiband-Billard äußert selten und gelingen nur den besten Spielern, die Aufholjagd endete schließlich mit einem 40:40-Unentschieden. Lütfi Cenet und Christos Christodoulidis hatten zuvor ihre Spiele gewonnen, Johann Schirmbrand seine Partie verloren, so dass Kokkoris’ Remis dann doch den Sieg im Heimspiel sicherte. „Ich habe die Leute im Club selten so angespannt und danach so fröhlich gesehen. Es war so eine tolle Stimmung“, erzählte Christodoulidis, der auch Vorsitzender des Billard-Carambolclubs ist.

Wenig später wurde die Stimmung sogar noch besser, als die Ergebnisse der Konkurrenz vermeldet wurden. Der BC International aus Berlin hatte in Bottrop überraschend nur Unentschieden gespielt, der BC München übernahm die Tabellenführung und darf sich Hinrundenmeister nennen. Auch der amtierende Deutsche Meister Magdeburg, den Christodoulidis als härtesten Konkurrenten einschätzt, kam nicht über ein Unentschieden hinaus und liegt nun schon fünf Punkte hinter den Münchner Präzisionssportlern. In den vergangenen Jahren verpasste der BC immer wieder denkbar knapp im Endspurt die Deutsche Meisterschaft, einmal kostete ein umstrittener Punktabzug den Titel. In diesem Jahr könnte es nun endlich soweit sein. „Eigentlich hatten wir noch nie so gute Chancen, Deutscher Meister zu werden“, sagte Christodoulidis.

Allerdings gibt es einen Haken. Der BC München muss Ende Januar seine Räume in der Westendstraße verlassen. Zwar zeichnet sich eine Lösung mit neuen Räumlichkeiten ab, trotzdem könnten die Dreibandspieler ihren Heimvorteil in der Rückrunde einbüßen. Zum einen, weil der Umzug mit den vier schweren Billardtischen ziemlich aufwendig wird und das nächste Heimspiel schon am 1. Februar stattfindet. Zum anderen, weil die Tische im Rahmen des Örtlichkeitswechsels frisch bezogen werden. „Dann ist das Tuch so frisch, dass es fast keinen Unterschied zu fremden Tischen macht“, erklärte Christodoulidis. Die Hoffnung ist nun, dass dies die Mannschaft in der Rückrunde nicht beeinflussen wird – und der BC München auch am Ende der Saison in der Tabelle ganz oben steht.

Artikel 1 von 11