München – Die Stimmen der Zweifler mehren sich: Wenige Tage vor Beginn der Australian Open in Melbourne haben auch die Ex-Profis Tommy Haas und Mats Wilander Deutschlands kriselnden Topspieler Alexander Zverev kritisiert. Der Schwede Wilander, der in seiner Karriere sieben Major-Triumphe errungen hatte, urteilte in der „Sport Bild“ sogar: „Momentan ist Sascha für mich kein Kandidat für einen Grand-Slam-Turniersieg.“
Wilander macht Defizite in Zverevs Spielanlage aus: „Taktisch ist Sascha den Topspielern unterlegen. Er spielt zu passiv und zu wenig variabel.“ Gerade bei Grand Slams sei die falsche Taktik verhängnisvoll. „Fünf Sätze scheinen ein großes Problem für Sascha zu sein. Das hat er noch nicht gelöst“, urteilte der Eurosport-Experte Wilander – und fügte hinzu: „Er muss verstehen, dass es bei fünf Sätzen Momente gibt, wo man sein Spiel variieren muss. Jeder hat mal schlechte Phasen während eines langen Matches, aber man muss wieder herausfinden.“
Haas bemängelte die mentale Schwäche des 22-jährigen Zverev. „Er zieht sich runter“, sagte der ehemalige Weltranglistenzweite, „auch Boris Becker, John McEnroe und Novak Djokovic hatten Wutanfälle. Aber dadurch haben sie sich auf ein höheres Level gehievt und waren danach umso stärker. Bei Sascha ist das nicht zu sehen.“
Zuvor hatten sich auch schon Boris Becker und Startrainer Patrick Mouratoglou kritisch über Alexander Zverev geäußert. Becker hatte im vergangenen September nach Zverevs Aus im Achtelfinale der US Open erklärt: „Für mich ist das Spiel ein bisschen zu eindimensional, zu lesbar für den Gegner.“ Zverev habe sich in den letzten 18 Monaten nicht verbessert.
Mouratoglou, der unter anderem die 23-malige Major-Siegerin Serena Williams, das 15 Jahre alte Wunderkind Cori Gauff und ATP-Champion Stefanos Tsitsipas betreut, sagte im Dezember über den Weltranglistensiebten Zverev: „Man gewinnt keinen Grand-Slam-Titel mit seiner Art des Tennis.“ sid