Der Schwabe fordert den Badener

von Redaktion

„Klinsi“ und „Hansi“ stehen in der Rückrunde vor schweren Aufgaben

VON JONAS AUSTERMANN UND MANUEL BONKE

München – Beim DFB gaben sich Jürgen Klinsmann (55) und Hansi Flick (54) vor vierzehn Jahren gewissermaßen die Klinke in die Hand, am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) kommt es in Berlin zum direkten Duell zwischen dem Schwaben und dem Badener. Hertha BSC und der FC Bayern starten mit großen Erwartungen in die Rückrunde der Bundesliga. Klinsmanns Berliner wollen sich bei derzeit vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang so schnell wie möglich der Abstiegssorgen entledigen, Flicks Münchner nehmen im Titelrennen die Verfolgung von RB Leipzig auf.

„Die Mannschaft ist heiß und will Erfolg haben“, sagte Flick. „Wir haben die Qualität, um Meister zu werden.“ Ganz ähnlich hatte sich Gegenüber Klinsmann wenige Minuten zuvor geäußert. Der Ex-Bundestrainer (2004 bis 2006) meinte: „Ich kann versprechen, dass am Sonntag eine Elf auf dem Platz steht, die brennt. Wir wollen alles aus uns rausholen und punkten.“

In seiner Wahlheimat USA und der Sonne Floridas hat Klinsmann die Hertha fit gemacht für den Auftakt gegen den Rekordmeister. „Wir haben sehr viel gearbeitet im Trainingscamp – und wenn du mehr tust, hast du auch mehr Selbstbewusstsein“, sagte der 55-Jährige. Die zehn erfolglosen Monate als Bayern-Trainer (2008/2009) hat Klinsi längst verdaut. Er erklärte: „Ich hatte ein schönes und spannendes Jahr beim FC Bayern. Ich freue mich, viele alte Bekannte wiederzusehen, habe noch viele Freunde in München.“

Klinsmann ging am Freitag fest davon aus, gegen Flicks Bayern auf der Berliner Bank sitzen zu können. Aktuell kann der Schwabe zwar keine gültige Trainerlizenz vorlegen, arbeitet aber an dem entsprechenden Nachweis. „Ich reiche die Dinge nach, die fehlen, und dann wird die Lizenz erneuert. Gestört hat uns das Thema in keinster Weise“, sagte er.

Klinsmann tippt übrigens auf Leipzig oder den FC Bayern als Deutschen Meister. Das dürfte bei Kollege Flick einigermaßen gut ankommen. Der ehemalige Co-Trainer der deutschen Auswahl hatte für seinen Kontrahenten vom Sonntag auch noch ein paar warme Worte parat. Flick: „Jürgen hat die Kraft und den Mut, um Dinge zu verändern. Beim DFB war es damals genau der Schritt in die richtige Richtung.“ Genau um den geht’s am Sonntag wieder, dieses Mal kann ihn aber nur einer gehen – Flick oder Klinsmann.

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