München Marathon: Alle Erdteile und Oberbayern

von Redaktion

München – Bianca Meyer, Münchner Läuferin, gewann den Marathon in ihrer Heimatstadt 2017, voriges Jahr wurde sie Dritte. Solche Platzierungen wird sie nie mehr erreichen. „Für die Top Ten werde ich mich künftig anstrengen müssen“, sagt sie. „Ich war das alte Konzept.“

Der München Marathon, stets am Oktober-Wochenende nach der Wiesn ausgetragen, war der große City-Lauf, den „ein Local Hero gewinnen konnte“, so Gernot Weigl, Organisator der Veranstaltung seit 2000. „Wir werden weiter auf den Breitensport setzen“, erklärt er, „aber wir wollen nicht stehen bleiben, wir brauchen auch den Leistungssport.“ Darum greift, wie Weigl beim Neujahrsempfang des München Marathon verdeutlichte, das neue Konzept. Beim Leichtathletik-Weltverband hat München das Bronze-Label beantragt; dafür müssen je fünf Männer und Frauen aus den Top 300 der Weltrangliste verpflichtet werden. Weigl will die Streckenrekorde (2:09:46 und 2:32:11 Stunden) fallen sehen und darum je zehn Spitzenkräfte beider Geschlechter nach München lotsen, auch Pacemaker sollen engagiert werden.

Es gibt im Laufbereich Agenten, die Teilnehmerfelder zusammenstellen, auf deren Hilfe wird auch München zurückgreifen. Allerdings will Gernot Weigl nicht den üblichen Weg gehen und sich ausschließlich aus dem afrikanischen Langstreckler-Pool bedienen. „Wir haben eine Idee immer früher als die anderen“, sagt er und gibt daher vor: „Aus jedem der fünf Erdteile wollen wir je zwei starke Männer und Frauen holen.“ Internationaler, globaler ginge es nicht.

Klar, diese Ambitionen kosten. Doch Weigl kann sie sich nun leisten. Mit dem Versicherungskonzern Generali hat der Marathon einen Namenssponsor, dank dieser italienischen Verbindung kooperiert München nun auch mit dem im April stattfindenden Mailand Marathon. Zudem haben die Münchner Marathon-Macher Ende April wieder ihre beiden Herrenchiemsee-Läufe (Halbmarathon an zwei aufeinanderfolgenden Tagen) im Programm und richten am 9./10. Mai im Olympiapark die Deutschen Sparkassenmeisterschaften (an die 4000 Teilnehmer über 10 000 Meter, Halbmarathon und Marathon) aus. Das Geschäft läuft.

Bianca Meyer wird, obwohl sie nicht mehr ganz vorne landen wird, weiter an den Start gehen – schon wegen „des Einlaufs ins Olympiastadion. Mit diesem Finish kann kaum ein Marathon mithalten.“ Und sie sieht sich durchaus in internationaler Mission unterwegs: „Ich vertrete den Erdteil Oberbayern.“ GÜNTER KLEIN

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