Nachwuchscamps mit Biathlon-Topstars von gestern

von Redaktion

Bernd Eisenbichler, der neue Biathlon-Chef des DSV, machte in seiner Zwischenbilanz keinen Hehl daraus, dass bei den deutschen Biathletinnen, jahrzehntelang ein Prunkstück des Verbands, gravierende Probleme gibt. „Es ist offensichtlich, dass wir im Frauenbereich hart arbeiten müssen“, sagte der Siegsdorfer.

Bisher haben mit Denise Herrmann, Franziska Preuß und Vanessa Hinz nur drei Skijägerinnen die Norm für die WM in Antholz (13. bis 23. Februar) geschafft, es ist eher unwahrscheinlich, dass noch eine vierte Athletin hinzukommt. Auch wenn Eisenbichler der 23-jährigen Janina Hettich bescheinigt: „Sie entwickelt sich richtig gut.“ Das bisher beste Saisonergebnis der Schwarzwälderin war ein 23. Platz. Ansonsten sind momentan keine auffälligen Biathlon-Begabungen sichtbar. „Es ist klar, dass da im Nachwuchs eine Lücke ist“, sagte Eisenbichler.

Der 44-Jährige bestätigte dabei, dass man derzeit im DSV„eine neue Nachwuchsstrategie“ diskutiere. Einzelheiten wollte er noch nicht nennen. Allerdings ließ er sich im Pressegespräch entlocken, dass für die Nachwuchsrekrutierung „Entwicklungscamps“ geplant seien, bei denen sich auch ehemalige Topstars engagieren. Namentlich erwähnte Eisenbichler die Olympiasiegerin Kati Wilhelm. „Wir sind in Gesprächen.“ Die jetzige ZDF-Kommentatorin ist nicht die einzige aus dem reichhaltigen deutschen Legenden-Reservoir, die als Zugnummer für die Nachwuchsarbeit in Frage kommt. Gut denkbar also, dass Eisenbichler auch bald bei Lena Neuner und Laura Dahlmeier anklopfen wird.  gib

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