Ausrufezeichen Richtung Leipzig

von Redaktion

Mit einer 4:0-Gala bei Hertha BSC startet der FC Bayern grandios in die Rückrunde

VON JONAS AUSTERMANN UND MANUEL BONKE

Berlin – Klatsche für Klinsi! Eiskalte Bayern haben das Gastspiel bei Hertha BSC in Berlin mit 4:0 (0:0) gewonnen – und eine klare Botschaft an die Konkurrenten im Rennen um die Deutsche Meisterschaft gesendet: Dieser FC Bayern lässt sich nicht so leicht abschütteln! „4:0 in Berlin – das schafft auch nicht jede Mannschaft“, meinte Cheftrainer Hansi Flick. „Wir nehmen es gerne mit. Es gibt der Mannschaft auch einen Ticken Selbstvertrauen.“

Dass es nach 90 Minuten tatsächlich für eine breitere bayerische Brust reichte, hatten sich die Münchner mit einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Durchgang verdient. Die Hausherren um Jürgen Klinsmann empfingen den Favoriten aus München mit einer sehr defensiven Formation. Die Berliner Spieler störten Bayerns Aufbauspiel erst nach Überqueren der Mittellinie. Dementsprechend passierte im eiskalten Olympiastadion sehr wenig vor den Toren.

Nur Robert Lewandowski setzte sich nach Pass von Ivan Perisic mal durch und spitzelte das Leder Zentimeter am Kasten vorbei (25.). Thomas Müller erklärte nach Abpfiff bei Sky: „Wir haben Hertha ein bisschen müde gespielt, da wurden die Lücken in der zweiten Halbzeit größer. Da haben wir mehr aufs Tempo gedrückt.“ Und wie! Erst ließ Perisic noch drei dicke Gelegenheiten ungenutzt (52., 58.), dann servierte er perfekt für Müller. Der Ur-Bayer drosch das Leder in seiner unnachahmlichen Art zum 1:0 in die Maschen des Berliner Tores (60.). „Als der Knoten offen war, hat sich Hertha nicht mehr gewehrt“, meinte der Torschütze. Auf dem Platz sah das so aus: Drei Minuten nach Müllers Treffer schob Lewandowski zum vermeintlichen 2:0 ein – zuvor hatte er Berlins Keeper Rune Jarstein aber den Ball aus den Händen geköpft.

Nach Videobeweis stand die korrekte Entscheidung: kein Tor. Davon ließen sich die Münchner aber nur kurz aufhalten. In Minute 72 griff Klünter im Strafraum nach Goretzkas Arm, den fälligen Elfmeter verwandelte Lewandowski zum 2:0. Die Berliner Mauer bröckelte in dieser Phase ganz bedenklich, nach vorne ging ohnehin wenig. Das einzige Mittel der Klinsmann-Elf waren lange Bälle auf Stoßstürmer Davie Selke. Der ehemalige Bayern-Trainer hatte trotzdem den Elfmeterpfiff als „Knackpunkt“ ausgemacht.

Die Wahrheit: Auch ohne diese Schiedsrichter-Entscheidung wäre die Hertha wohl nicht mehr zurückgekommen. Der überragende Thiago legte mit seinem Traumtor das 3:0 nach (76.). Und sogar der auffällige aber bis dahin glücklose Perisic durfte noch jubeln. Müllers Flanke nutzte der Kroate per Kopfball zum vierten Münchner Treffer (84.). Müller fasste die wichtigste Erkenntnis so zusammen: „Wir sind weiter eine sehr wettkampfbezogene Mannschaft, die in der Lage ist zu liefern, wenn sie muss.“

Spitzenreiter Leipzig bleibt vier Punkte vor dem Rekordmeister, die Münchner aber zogen an Mönchengladbach (0:2 bei Schalke 04) vorbei auf Rang zwei. Flick meinte: „Wir wissen, dass wir in der Liga noch 16 Spiele haben, in denen wir gefordert sind.“ Die bayerische Aufholjagd hat begonnen!

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