RICCO GROSS
Ricco Groß hatte kam kaum noch nach, die Gratulationen entgegenzunehmen. Ständig wurde er geherzt, auf seine Schulter geklopft, wurden Hände geschüttelt. Es war unübersehbar: Für den Chefcoach der österreichischen Biathleten war es ein Heimspiel, und als sein als Außenseiter angetretenes Team den 3. Rang erkämpfte, wurde er gefeiert wie ein Sieger. Man gönnte es dem 49-Jährigen, der seit 1991 in Ruhpolding lebt, hier zum Biathlon-Star wurde, der acht olympische Medaillen errang, darunter vier goldene. Groß ist Ruhpoldinger Ehrenbürger, das Funktionsgebäude in der Chiemgau Arena trägt seinen Namen. Das sind enge Verbindungen. „Es ist schon schön, wenn man dann Präsenz zeigen kann“, sagte er. Und schließlich hat Ruhpolding ja auch einen ganz besonderen Rang unter den Weltcup-Orten. „Hier erfolgreich zu sein, ist immer etwas Besonderes.“
In dieser Saison war den Österreichern bislang nicht viel gelungen. Der bald 37-jährige Simon Eder ist im Weltcupklassement auf Rang 23 der Beste seines Teams. Eine karge Zwischenbilanz für die Österreicher, die schon weitaus bessere Tage erlebt haben. Auch die Staffelergebnisse dieses Winters waren ziemlich mager: 12, 12, 9. Umso überraschender nun der 3. Rang – zwei Plätze vor der deutschen Staffel. „Wir haben gezeigt: Wir können auch Podium“, jubilierte Groß. Und mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Wer weit vorne landen will, muss einen langen Anlauf nehmen.“ gib