Unterschiedliche Gefühlswelten vor dem Derby

von Redaktion

Alpenvolleys empfangen Herrsching und wollen sich als Spitzenteam beweisen – für die Gäste geht es um Wiedergutmachung

Unterhaching/Herrsching – In unterschiedlicher Gemütsverfassung treffen heute Abend (18.30 Uhr, live bei Sport1) die Hypo Tirol Alpenvolleys Haching und die WWK Volleys Herrsching aufeinander. Nach ihrem 3:1-Sieg in Rottenburg dürfte die Spielgemeinschaft aus Oberbayern und Tirol entspannter zum Derby antreten als das zuhause mit 0:3 gegen Giesen baden gegangene Ammersee-Team.

Alpenvolleys-Manager Hannes Kronthaler war zufrieden mit dem Jahresauftakt. Schließlich litt die Vorbereitung unter der Olympia-Qualifikation. Jordan Richards und Max Staples waren erst einen Tag vor dem Rottenburg-Spiel aus China zurückgekehrt. Trainer Stefan Chrtiansky schonte die beiden Australier, was vor allem wegen Richards’ Aufschlagstärke eine Qualitätseinbuße bedeutet. Heute soll der Außenangreifer laut Kronthaler aber wieder voll belastbar sein.

Der dritte Spieler, der – wie die beiden Australier allerdings vergeblich – das Ticket für Tokio zu lösen versuchte, ist Saso Stalekar. Der Slowene hatte das Qualifikationsturnier in Berlin gespielt. Es war ihm aber die Enttäuschung des Scheiterns nicht anzumerken. „Saso war sehr stark, er hat sechs Blockpunkte gemacht, darunter den Matchball“, lobte Kronthaler den 23-jährigen Mittelblocker, der mit seiner Leistung wesentlichen Anteil am Erfolg hatte.

„Wir dürfen den dritten Tabellenplatz nicht mehr hergeben“, gibt der Hachings Manager die Marschroute vor. Ein Ausrutscher im Derby verbietet sich somit für die Alpenvolleys, auch wenn der Respekt vor den Herrschingern gegeben ist: „Jedes Spiel ist schwierig. Und Herrsching hat uns letztes Jahr im Playoff-Viertelfinale in Unterhaching 3:2 geschlagen“, räumt Kronthaler ein, aber: „Sie können uns bestimmt nicht überraschen.“

Am Ammersee herrschte nach der 0:3-Heimklatsche gegen Kellerkind Giesen dicke Luft. Max Hauser warf seinen Spielern „latente Arroganz“ vor. „Diese Arroganz steht uns ganz und gar nicht.“ Der Übungsleiter empfahl seinen Spielern: „Sie sollten etwas demütiger sein und wissen, dass sie nicht so toll sind. Jeder muss für die drei Prozent, die er besser ist als der Gegner, arbeiten. Es steht außer Frage, dass wir talentierte Spieler haben. Aber sie müssen ihre Hausaufgaben machen.“

Das gelang gegen Giesen nicht. Gegen Haching sieht es aber wieder ganz anders aus, glaubt der Coach. „Man weiß nicht, was da passiert. Wir sind nicht in der Favoritenrolle, da ist man meistens weniger arrogant.“ Hauser hofft auf einen anderen Effekt: „Es ist ein TV-Spiel. Da spielen wir meistens frisch-fromm-fröhlich auf. Das steht uns auch ein bisschen besser.“

Kapitän Johannes Tille denkt, dass „wir nicht noch mal so spielen wie gegen Giesen. Wir dürfen nicht mit Angst ins Spiel gehen.“ Weiterhin verzichten müssen die WWK Volleys auf Tom Strohbach. Der ehemalige Nationalspieler, der kurz vor der Rückkehr ins Team stand, hat sich kurz vor Weihnachten am Ellbogen verletzt und wird noch einige Zeit ausfallen. Bei der Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte – der 27-Jährige spielte von 2011 bis 2014 in Unterhaching – wird er mit einem Platz auf der Tribüne Vorlieb nehmen müssen. U. SAVIGNANO / D. SCHIFFNER

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