München – Journalistenpflicht: Einmal im Jahr muss man was über Jaromir Jagr schreiben. Was auch leicht ist, denn der Tscheche liefert immer wieder was. Auch mit seinen mittlerweile 47 Jahren. Er hört einfach nicht auf, Nach seiner NHL-Karriere (1990 bis 2008 und 2011 bis 2017) und einem Intermezzo in der russischen KHL ist er zu Hause: in Kladno. Sein Heimatverein gehört ihm nun auch zu 70 Prozent – für Jagr ein Anlass, sportlich zu helfen. 2018/19, als Rytyry Kladno in der 2. Liga spielte, griff er in der Qualifikation zur 1. ein, schoss mit zehn Toren in elf Matches das Team nach oben. Und spielt nun wieder halbwegs regelmäßig. 23 Mal ist er diese Saison (bislang 38 Spieltage) aufgelaufen und hat 19 Scorerpunkte gesammelt. Jaromir Jagr ist noch immer einer der besten Spieler seines Landes.
Seine langlebige Profikarriere befindet sich in der fünften Dekade. In der 80ern (1988) wurde er mit 16 Profi, es folgten die 90er, 2000er, die Zehnerjahre. Und nun traf er auch in den Zwanzigern. Sehr akkurate Menschen werden einwenden, dass das Jahrzehnt erst 2021 beginnt – okay: Er wird auch dann spielen.
Nun liegt mit sechs Jahrzehnten nur noch Gordie Howe vor ihm. Kanadas Superstar, der 1946 in die NHL kam und 1980, mit 52 Jahren, noch aufscorte. 1998 gab Howe mit 69 Jahren ein Comeback für ein Spiel (International Hockey League), ein Einsatz von ein paar Sekunden. Torlos. Das wird Jagr 2030 nicht passieren. GÜNTER KLEIN