München – Freilich hatte Hansi Flick sein strahlendes Sieger-Lächeln aufgelegt, als er sich zusammen mit David Alaba den Weg durch die Katakomben des Berliner Olympiastadions zum Mannschaftsbus bahnte.
Kein Wunder, immerhin hatte seine Mannschaft zuvor dank einer starken Vorstellung in der zweiten Halbzeit 4:0 gegen Hertha BSC gewonnen. „Ein 4:0 schafft auch nicht jede Mannschaft in Berlin. Es ist im ersten Spiel mit so einer kurzen Vorbereitung immer nicht ganz so einfach zu wissen, wo man steht. Deshalb war es für uns super, dass wir mit einem solchen Ergebnis in die Rückrunde gestartet sind“, lautete das Flick’sche Fazit. Durch die Siege der Meisterschaftskonkurrenz aus Leipzig und Dortmund am Samstag waren die Münchner in der Hauptstadt unter Zugzwang und meisterten das mit Bravour.
Dementsprechend forsch waren die Worte der Spieler – vor allem in Richtung RB Leipzig. Für Thomas Müller war das 4:0 nicht nur die richtige Antwort auf den 3:1-Sieg der Leipziger bei Union Berlin, sondern „sogar die noch bessere Antwort. Wir sind weiterhin eine sehr Wettkampf bezogene Mannschaft, die in der Lage ist zu liefern, wenn sie muss. Wir waren da unter Druck und dieses Gefühl gibt uns natürlich Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben.“
Kapitän Manuel Neuer betonte, dass es die Aufgabe der Mannschaft sei, das Spiel weiterzuentwickeln, dass sie vor der Winterpause gezeigt habe: „Das haben wir heute wieder gemacht.“ Der Plan für eine erfolgreiche Rückrunden-Aufholjagd ist demnach also klar: Wenn die Mannschaft spielerisch überzeugt, kommen die benötigten Punkte im Meisterrennen von selbst. „Wir müssen uns auf uns konzentrieren und nicht auf die anderen schauen“, so Neuer.
So mancher Bayern-Star wird aber trotzdem auf die Tabelle schielen. Und dort ist Leipzig nach wie vor mit 40 Punkten Erster, gefolgt vom FC Bayern (36), Gladbach (35) und Dortmund (33). „Wir wissen, dass wir hinten dran sind, dass wir nur Zweiter sind im Moment. Da fehlt also noch was nach oben“, sagt der FC Bayern-Kapitän, betont aber im nächsten Atemzug, dass die Mannschaft die Verfolger-Rolle aus der vergangenen Saison kenne, „und wir hatten damals noch ein bisschen mehr Punkte aufzuholen gehabt. Grundsätzlich ist es so, dass wir gezeigt haben, dass wir Kämpfer sind“.
Passend dazu kämpft Trainer Hansi Flick weiterhin um winterliche Verstärkung für seinen Kader und die hohern Ziele: „Wir haben das ganze intern bewertet. Jetzt haben wir wieder eine Woche Zeit. Schauen wir, was dabei herumkommt.“ Der Auftritt in Berlin hat allerdings bewiesen, dass es auch ohne Neuzugänge geht.