Nie mehr Trainer?

Magath blufft doch nur

von Redaktion

GÜNTER KLEIN

Also, wir müssen doch sehr schmunzeln. Über die Firma Flyeralarm, die nun auch eine Abteilung „Global Soccer“ ins Leben gerufen hat. Das klingt so nach UNO und erscheint uns schon im Fall des Brausebrauers Red Bull mit seinen Fußball-Niederlassungen in Salzburg, Leipzig, Brasilien und New York zu dick aufgetragen. Der „Global Soccer“ des Onlinedruckanbieters findet bisher bei Admira Wacker Mödling und den Würzburger Kickers statt. Wo werden die nächsten Franchises entstehen? In Pipinsried, auf den Äußeren Hebriden, in der Taiga? „Global Soccer“ hat gute Chancen, mal Unwort des Jahres zu werden.

Felix Magath ist nach unserer Einschätzung ein Mensch, der genau dieses Gedöns nicht mag. Daher hat sich zu unserem Schmunzeln die Verwunderung gesellt: Ausgerechnet er wird sozusagen „Head of Global Soccer“ bei dem Unternehmen aus Würzburg. Und vor allem, und das ist das Schlimme, er sagt: „Ich bin zu dem Schluss gekommen: Die Zeit des Trainers Magath ist vorbei.“

Keiner im Fußball kann so listig dreinschauen wie Magath, und wenn er seinen Kopf dann noch meditativ in Richtung Teetasse senkt, weiß man nicht, ob er alles ernst gemeint hat, was ihm gerade über die Lippen gekommen ist. Daher glauben wir: Felix Magath blufft. Nicht mehr Trainer sein wollen? Er? Niemals.

Wir erklären uns die „Global Soccer“-Sache so: Felix war fad, ab und zu ein Auftritt als Ewiggestriger in „Doppelpass“ und „Blickpunkt Sport“ füllt einen 66-Jährigen nicht aus. Gut, vielleicht hat ihn die Wehmut erfasst, dass sein langjähriger Schleifassistent Werner Leuthard, bekannt und gefürchtet als Erfinder des Kasernenhoftons, jetzt bei Klinsmann, den Felix tief verachtet, als Manager für Strength and Conditioning tätig ist. Womöglich war Magath daher einfach danach, das nächstbeste Angebot aus dem Fußball anzunehmen. Irgendeinen Job, in dem er entscheiden kann. Irgendwas.

Unser Tipp: Der Global Soccer-Head wird sowohl bei Kickers wie bei Admira feststellen, dass sie einen neuen Trainer benötigen. Und er wird sie beide übernehmen. Gleichzeitig. Die Mannschaft in Würzburg wird er die Weinberge hochjagen, an Mödling lockt die ausgiebige Bewaldung am Rande des Wiener Beckens. Paradiese für den Trainer Magath. Er wird zwischen ihnen pendeln. Unermüdlich. Nur noch ein paar Wochen abwarten (und Tee trinken): Der Trainer Magath wird zurück sein. Bedrohlich wie eh und je.

Guenter.Klein@ovb.net

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