München – Selbst beim FC Bayern ist man sich nicht einig, wie der Spitzname von Thiago Alcantara (28) richtig lautet. Die Social-Media-Abteilung bezeichnet Thiago mal als „Magier“ und mal als „Zauberer“ – je nach Lust und Laune. Nach dem Gala-Auftritt des Spaniers in Berlin waren sich aber alle einig: Der Magier zaubert wiede. Thiago startete als alleiniger Sechser und riss das Spiel umgehend an sich. Mit seinem Traumtor zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung krönte er seine bärenstarke Leistung.
„Wie Thiago die Bälle verlagert, ist Weltklasse“, stellte Gegenspieler Davie Selke fest. Dabei liegt hinter Thiago, der vor zehn Tagen zum zweiten Mal Vater wurde, ein schweres Halbjahr.
Galt er zu Saisonstart noch als Liebling von Ex-Trainer Niko Kovac, baute er im Laufe der Hinrunde leistungstechnisch ab. Irgendwann fand er sich auf der Auswechselbank wieder und als Hansi Flick im November als Cheftrainer übernahm, schien der Edeltechniker erst recht außen vor.
Flick setzte lieber auf Joshua Kimmich und ließ Thomas Müller und Leon Goretzka als Achter ran. Auch öffentlich macht Flick keinen Hehl daraus, dass er Kimmich gerne dauerhaft ins Mittelfeldzentrum befördern würde. In Berlin fehlte Kimmich wegen seiner fünften Gelben und so stand es außer Frage, dass Thiago diese Lücke schließen wird. „Der beste Weg, um das Jahr zu starten“, schrieb der Nationalspieler nach dem Spiel in den sozialen Medien unter ein Bild, das ihn beim Daumen-Nuckel-Jubel zeigte.
In dieser Form wird Thiago für Bayern und Flick zum Luxusproblem. bok