Rom – Ciro Immobile verschwendet an sein „verlorenes Jahr“ bei Borussia Dortmund kaum noch einen Gedanken. Vielmehr ist der Italiener der Torjäger der Stunde in der Serie A, er hat mit 23 Treffern sogar Cristiano Ronaldo (Juventus Turin/16) abgehängt. Zuletzt erzielte der einst leidlich treffsichere BVB-Stürmer einen Dreierpack beim 5:1 gegen Sampdoria Genua. Der Corriere dello Sport feierte Immobile als „König von Rom“.
Die Lazio-Tifosi rasten regelmäßig aus, wenn ihr Ciro mal wieder trifft und die gegnerischen Abwehrreihen aus den Angeln hebt. „Ciro veni, vidi, vici“ (Ciro kam, sah und siegte), lobte der Corriere den 29 Jahre alten Angreifer.
Nomen est omen? Trifft auf ihn nicht zu. Von unbeweglich kann bei Immobile nicht die Rede sein. „Mit deinem Nachnamen wirst du in meiner Mannschaft nie Mittelstürmer“, soll die Trainerlegende Zdenek Zeman 2011 gesagt haben. Inzwischen werden keine Witze mehr über seinen Namen gemacht.
Immobile begann seine Profikarriere in Turin, im März 2009 lief er erstmals für Juve auf. Doch im Kader des heutigen Abonnementmeisters war selten Platz für den jungen Angreifer, sodass er zu den Zweitligisten AC Siena, Grosseto und Pescara wechselte, ehe er zum FC Genua und schließlich zum FC Turin kam. 2014 wechselte er als Torschützenkönig in die Bundesliga.
Aber beim BVB kam Immobile nicht wie erhofft zurecht. Auch Trainer Jürgen Klopp konnte Immobile nicht zum gleichwertigen Ersatz für den nach München abgewanderten Robert Lewandowski aufbauen.
Als Glücksfall erwies sich für Immobile der Wechsel zu Lazio. Seinen Vertrag verdankte er Lazios Sportdirektor, dem früheren Bundesligaprofi Igli Tare, der mit dem Transfer ein gutes Näschen bewies. In der Serie A erzielte Immobile bisher 122 Tore.
Immobile ist dribbelstark, robust im Zweikampf, kann im Zentrum oder auf dem Flügel eingesetzt werden und mit beiden Füßen abschließen. Seine Ziele in dieser Saison sind klar: Immobile und Lazio wollen sich für die Champions League qualifizieren, im Augenblick ist das Team Dritter mit sieben Punkten Vorsprung auf den Lokalrivalen AS Rom auf Position vier. „Dieses Jahr können wir es schaffen“, betonte Immobile.