Bansko – Nahezu regungslos registrierte Viktoria Rebensburg im Ziel ihre Zeit, schnallte die Ski ab und stapfte aus dem Innenraum in Bansko. Es wirkte, als hätte die 30-Jährige die erste von zwei Weltcup-Abfahrten in Bulgarien eher pflichtgemäß absolviert, die Gedanken der Skirennläuferin aus Kreuth kreisten noch um die Kritik von DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier. „Die letzten Tage waren sehr turbulent, es war viel los“, sagte Rebensburg nach einer Schussfahrt, die nur für Platz 22 reichte.
Beim ersten Triumph der Amerikanerin Mikaela Shiffrin in diesem Jahr war die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010 nur eine Randfigur. Auch wenn Rebensburg mit Startnummer 2 ungünstige Sicht hatte auf der technisch anspruchsvollen, später aber immer mehr im Sonnenlicht liegenden Piste „Marc Girardelli“, die Leistung war ungenügend. „Ich habe einen Haken reingehauen, das hat mich viel Zeit gekostet“, sagte Rebensburg. Es sei „ein Kampf von oben bis unten“ gewesen.
Doch viel mehr nagte an der DSV-Topläuferin der harte Tadel Maiers. „Mit dem derzeitigen Aufwand ist das Leistungsniveau auf dem Podium nicht mehr zu halten“, hatte Maier gesagt. Rebensburg war davon sichtlich getroffen, „unverständlich“ fand sie Inhalt sowie Art und Weise der Kritik. Zu gegebener Zeit und nach interner Klärung werde auch eine öffentliche Reaktion folgen. „Mir ist es wichtig“, sagte Rebensburg, „die Dinge dann auch mal klarzustellen von meiner Seite, das bin ich meinem Trainerteam, meinen Betreuern, meinen Sponsoren und mir selber auch schuldig, und ich hoffe, man kann das verstehen.“ Auf der Piste konnte sie allerdings am Freitag noch nicht die sportliche Antwort auf Maiers Vorwurf geben. sid