Unterhaching – Fast noch ernüchternder als das klare 3:1 von Volleyball-Meister Berlin gegen die Alpenvolleys Haching wirkte dieser Satz von Cedric Enard: „Vor dem harten Champions-League-Duell war das genau der richtige Gegner“, meinte Berlins Trainer mit Blick auf das anstehende Spiel gegen die starken Russen aus Novy Urengoy.
Damit war das Team aus Unterhaching und Innsbruck, obwohl gemeinsam mit Rekordmeister Friedrichshafen einziger halbwegs ernsthafter Verfolger des ungeschlagenen Spitzenreiters aus der Hauptstadt, quasi zum Sparringspartner degradiert. Alpenvolleys-Außenangreifer Niklas Kronthaler wollte das nicht so ohne weiteres hinnehmen: „Heute wäre mehr möglich gewesen. Wir sind gut gestartet, in der entscheidenden Phase des ersten Satzes kriegen wir dann aber zehn Punkte in Folge. Das darf nicht passieren.“
Tatsächlich war es blamabel, wie sich die Alpenvolleys vom 15:15 bis zum 25:15 zerlegen ließen. Doch es spricht für sie, dass sie den zweiten Satz holten und auch im dritten lange vorne lagen. „Den dritten Satz dürfen wir eigentlich nicht hergeben. Aber wir lassen viel zu viele Chancen liegen“, beklagte Kronthaler. Die Schlussphase dominierten die Berliner auch dank des Comebacks der lange verletzten Top-Spieler Benjamin Patch und Samuele Tuia. „Nach der Einwechslung von Patch ist das Spiel gekippt“, meinte Alpenvolleys-Sportdirektor Mihai Paduretu.
Trotz Berlins konkurrenzloser personeller Möglichkeiten denkt Kronthaler aber nicht an Aufgabe im Titelrennen: „Ich bin immer noch zuversichtlich, dass wir uns in den Play offs besser präsentieren und dann mehr rausschaut.“ UMBERTO SAVIGNANO