Spielt Frankfurt bald nur noch gegen Top-Teams?

von Redaktion

Trainer wehren sich

In den letzten Wochen diskutierten Sport-Fans hitzig über das Verhalten von Spielern aus unterschiedlichen Sportarten. Aufhänger waren die Handballer bei der EM, ihr Verhalten untereinander und ihr Akzeptieren von Entscheidungen. Als negatives Gegenbeispiel wurden wieder einmal Fußballer mit ihrem oft theatralischen Auftreten, ihrem notorischem Lamentieren und Nörgeln, aufgeführt. Der DFB hat dieses Problem erkannt – und versucht, in der Rückrunde strenger durchzugreifen. Folge: Nicht nur Spieler, sondern auch Trainer werden für derartiges Verhalten mit Gelben Karten verwarnt. Das gefällt nicht jedem: Steffen Baumgart gehen die Bestrafungen „auf den Sack“. Der Trainer des SC Paderborn konnte sich über den überraschenden 2:0-Sieg seiner Mannschaft in Freiburg nicht freuen, sondern schob Frust. Schiedsrichter Christian Dingert hatte dem Coach wegen Meckerns die Gelbe Karte gezeigt, für Baumgart war es bereits die dritte in dieser Saison (79.). Bei einer weiteren Verwarnung ister für eine Partie gesperrt. Auch der Ex-Stürmer selbst geht davon aus, dass es so kommen wird.

„Ich kann allen versprechen, dass ich nicht die Schnauze halten werde, wenn ich bei den Schiedsrichtern fehlerhaftes Verhaltene sehe“, polterte Baumgart, der sich über zu viele Verwarnungen für seine Schützlinge beschwerte: „Viel schlimmer ist aber, dass immer gleich das Wort Respekt kommt. Ich habe vor jedem Schiedsrichter Respekt, ich erwarte es aber von beiden Seiten.“ Bremens Trainer Florian Kohfeldt und Gladbach-Coach Marco Rose äußerten sich ähnlich. Tenor: Man müsse sich doch aufregen dürfen, besonders wenn man im Recht sei. Solange die Fußball-Szene weiter so argumentiert, werden andere Sportarten weiter über das Kicker-Verhalten die Nase rümpfen.

Neue Hertha-Regeln

Dass Jürgen Klinsmann den US-Sport als Vorbild sieht, war bekannt. Auch bei Hertha setzt der Schwabe auf Gepflogenheiten der Amerikaner. Wie in den USA üblich, dürfen in den Trainingseinheiten nur noch 20 Minuten lang Filmaufnahmen gemacht werden. Der US-Baseball wird in gerade von einem großen Video-Spionage-Skandal erschüttert – so was soll in der deutschen Hauptstadt nicht passieren. Zunächst wollte Klinsmann seine Sanktionen sogar noch ausweiten und Fans und Medien nach 20 Minuten komplett vom Training aussperren. Nach heftigem Gegenwind ruderte der Verein allerdings zurück und beließ es bei dem Video-Verbot. Stellt sich der Erfolg in der Hauptstadt ein, werden die Berliner ihm seine Amerikanisierung verzeihen. So kann das 2:1 in Wolfsburg als Wiedergutmachung des Trainers gewertet werden. Hertha wühlt sich im Abstiegskampf nach oben. In Klinsmann-Manier: Yes we can survive.

Favoritenschreck

Das Bayern-Aus von Niko Kovac besiegelt, Leverkusen klar dominiert, dem BVB ein Remis abgerungen und jetzt Tabellenführer RB Leipzig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Eintracht Frankfurt hat den Ruf als Favoritenschreck am Wochenende eindrucksvoll bestätigt. Das wiedererstarkte Team von Trainer Adi Hüter zeigte dabei wieder eine Zweikampfstärke, die die Hessen gegen vermeintlich schwächere Gegner vermissen lässt. Für den Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic Grund genug, eine Reform anzustoßen: „Vielleicht sollten wir in einer eigenen Liga spielen und sagen: Wir spielen nur noch gegen diese Mannschaften. So eine Art Super League in der Bundesliga“, scherzte Bobic. Beim Blick auf den nächsten Gegner muss ihm allerdings bange werden. Am Samstag muss die Eintracht in Düsseldorf antreten. Zum Glück heißt drei Tage später der nächste Gegner im Pokal erneut Leipzig. DANIEL MÜKSCH

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