München – Kai Havertz (20) ist nach einem persönlichen Tief pünktlich zum Rückrunden-Start wieder in Form. Dass Havertz nach der ersten Form-Krise seiner jungen Karriere nun wieder überzeugt, wird auch den Verantwortlichen des FC Bayern nicht entgangen sein. Immerhin gilt der Nationalspieler neben Leroy Sané (24) als Wunsch-Transfer für den Sommer.
Nicht umsonst traf sich Bayern-Chefscout Marco Neppe bereits mehrmals mit der Havertz-Seite, um über dessen mögliche Rolle beim deutschen Rekordmeister zu sprechen. Auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic war in dieses Vorfühlen involviert. Es schien stets so, als sei der FC Bayern in der Pole-Position im Rennen um das Juwel.
Immerhin sollen neben dem Rekordmeister sämtliche europäische Top-Klubs wie der FC Barcelona, Real Madrid oder Liverpool großes Interesse am Youngster haben. Allerdings: Nach Informationen unserer Zeitung sieht es derzeit stark danach aus, dass Havertz im Sommer nicht zum FC Bayern wechselt.
Noch-Arbeitgeber Bayer Leverkusen ruft für einen Wechsel des Nationalspielers im Sommer 130 Millionen Euro auf. Diese Summe ließen die Verantwortlichen um Sportchef Rudi Völler und Geschäftsführer Fernando Carro bereits mehrmals fallen. Irrsinnig viel Geld, selbst für den FC Bayern.
Außerdem ist der Rekordmeister im Mittelfeld-Zentrum gut besetzt. Spieler wie Thomas Müller und Thiago – bei denen es durchaus wahrscheinlich ist, dass sie ihre 2021 auslaufenden Verträge demnächst verlängern, überzeugen derzeit auf ganzer Linie. Auch Leon Goretzka befindet sich aktuell in seiner besten Form seit seinem Wechsel nach München.
Und hinter diesem Trio lauern Weltmeister Corentin Tolisso und Frankreich-Juwel Michael Cuisance auf ihre Chance. Auch die Zukunft von Barcelona-Leihgabe Philippe Coutinho ist noch nicht endgültig geklärt. Kein Wunder, dass man intern deutlich größeren Bedarf auf dem Flügel sieht: Ivan Perisic ist nur bis Saisonende ausgeliehen und Serge Gnabry und Kingsley Coman sind verletzungsanfällig. Darum hat der Wechsel von Leroy Sané von Manchester City Priorität. Laut „Bild“ zweifelt der Nationalspieler momentan allerdings an einem Bayern-Wechsel, da ihn die Münchner Verantwortlichen nicht schon im Winter holen wollten. Sané hätte das als Zeichen der Wertschätzung nach seinem Kreuzband-Anriss gesehen.
Doch nicht nur wegen Sanés Eitelkeiten gestaltet sich der Transfer schwierig – auch der Berater-Wechsel von der David-Beckham-Agentur DB Ventures Limited, zu LIAN Sports spielt den Münchnern nicht in die Karten. LIAN-Boss Fali Ramadani, der auch Jerome Boateng betreut, wird dem Vernehmen nach versuchen, die bereits definierten Rahmenbedingungen aus dem Sommer neu festzulegen. MANUEL BONKE