Ackern wie die Ochsen

von Redaktion

1860-Trainer Köllner will die Erfolgsserie in Zwickau ausbauen – Niemann droht auszufallen

VON LUDWIG KRAMMER

München – Platz eins in der Trainertabelle mit einem Punkteschnitt von 2,0 – für Michael Köllner nicht mehr als eine nette mathematische Spielerei am Rande. „Unser Fokus liegt nicht auf meinem Schnitt, sondern auf unserem Erfolg“, sagte der Löwen-Coach gestern an der Grünwalder Straße. „Ich erwarte, dass wir uns auch in Zwickau wieder verbessern.“

In der Presserunde am Kabineneingang sprach Köllner über …

… die Schwere der Sonntags-Aufgabe: Wir werden da oben ackern müssen wie die Ochsen, wenn wir zum neunten Mal ungeschlagen bleiben wollen. Ich habe Zwickau beim Hinspiel im Grünwalder Stadion (3:0, d. Red.) live gesehen, das war ein Pari-Pari-Spiel. Das Freistoßtor von Efkan Bekiroglu hat den entscheidenden Dreh gegeben. Wir müssen uns auf ein sehr intensives Spiel einstellen, auf eine extrem harte Nuss.

… die Personalsituation: Noel Niemann wird wegen einer Muskelblessur wohl nicht spielen können. Die hat er sich in seiner letzten Aktion gegen Braunschweig zugezogen. Das ist ärgerlich, aber wieder die Chance für andere. Prince Owusu hat am Montag im Training gezeigt, dass er mit seiner Rolle nicht zufrieden ist. Auch Nico Karger kommt immer besser in Schwung. Er ist zwar noch keine Option für die Startelf, aber auf jeden Fall für den Kader.

… das stabile Formhoch von Stürmer Sascha Mölders: Er fühlt sich sehr wohl im System, das ja auch auf ihn zugeschnitten ist mit einem Zehner und einer zweiten Spitze. Seine zwei Tore gegen Braunschweig sind auch systembezogen gefallen.

… die Unterschiede für ihn als Trainer zwischen Bundesliga, Zweiter Liga und Dritter Liga: Dritte Liga ist angenehmer, weil es keinen vierten Offiziellen gibt und keinen Videobeweis (lacht). Es macht mir großen Spaß, ich durfte tolle Spiele erleben bisher. Unterfordert fühle ich mich ganz bestimmt nicht, dazu ist Sechzig mit dem ganzen Drumherum die falsche Baustelle.

… das am Freitag schließende Transferfenster: An unserer Sichtweise hat sich nichts geändert. Stand heute werden wir niemanden mehr holen und auch niemanden abgeben.

… Nebengeräusche der Branche wie die Friseur-Affäre bei RB Leipzig: Da wird natürlich einiges aufgebauscht, weil es jetzt auch passt mit der Niederlage. Ich sehe das nicht so dramatisch. Und bei uns mach ich mir über so was eh keinen Kopf. Wir haben gar nicht so viel Geld, um einen Friseur einfliegen zu lassen (lacht).

… die Entlassung des Trainerkollegen Friedhelm Funkel bei Fortuna Düsseldorf und die Gesetze im Fußballgeschäft: Das ist von außerhalb immer schwer zu beurteilen. Klar fühlt es sich krass an, wie schnell das jetzt ging. Und für den Friedhelm ist es schade nach den tollen letzten Jahren. Aber wenn die Ergebnisse ausbleiben, dann musst du in dieser Branche immer damit rechnen.

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